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Landwirtschaft im Schweriner Umland : Sein Herz schlägt für den Ackerbau

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Thomas Pohl startet auf den Feldern bei Pampow einen Gersten-Versuch für die Weiterbildung zum Agrarbetriebswirt

von
erstellt am 11.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Mit gestrecktem Kopf schaut Thomas Pohl über die Felder westlich von Pampow. Es sind Gerstenähren der Sorte „Keeper“, die sich im Wind wiegen. Auf sie hat der 21-Jährige in den vergangenen Wochen ein besonderes Augenmerk gelegt. Der Junglandwirt hat im Februar einen Feldversuch gestartet. Er ist Hauptbestandteil seiner Projektarbeit, die er für die Weiterbildung zum staatlich geprüftem Agrarbetriebswirt vorlegen muss. Bei der Agrargemeinschaft Holthusen hat Pohl die Möglichkeit für seinen einjährigen Versuch bekommen: Chefin Brigitte Roost-Krüger stellt aber nicht nur die entsprechende Fläche wie auch Saatgut, Dünger und Technik zur Verfügung. Die Landwirtin gibt ihm zudem fachliche Rückendeckung. „Wir haben auf dem Schlag Wintergerste angebaut und sind mit dem Ertrag trotz Beregnung nicht zufrieden“, sagt sie.

Nun ist es die Aufgabe von Thomas Pohl, herauszufinden, ob Veränderungen bei der Stickstoffgabe einen besseren Ertrag erzielen können. „Für den Versuch ist die Flächen auf vier Parzellen aufgeteilt. Wir erhöhen die Stickstoffmenge schrittweise von 160 auf 200 Kilogramm“, erklärt der Jung-Bauer. Er konzentriert sich bei seinem Versuch allein auf die Stickstoff-Gabe. „Alles andere bleibt komplett identisch“, schiebt der Pampower hinterher. Mit dem ersten optischen Eindruck ist Thomas Pohl sehr zufrieden: Die Ähren sind größer und sehen wesentlich besser aus.“ Entscheidend sei aber, was der Mähdrescher von dem Halmen holt und wie die Qualität ausfällt. Bei diesem Test hat der 21-Jährige auch die Umwelt im Blick: „Wir ziehen Bodenproben und lassen alles genau analysieren“, versichert er und verweist darauf, dass die Umweltverträglichkeit ebenso Teil seiner Projektarbeit ist.

Mindestens einmal in der Woche schaut sich Thomas Pohl die Versuchsfelder an. Nicht nur jetzt, wo sich der „Keeper“ so gut entwickelt hat, geht ihm das Herz auf. Für die Landwirtschaft hat sich der junge Mann ganz bewusst entschieden: „Es ist einer der schönsten Berufe. Viel frische Luft, Technik und man schafft etwas mit Sinn: im besten Fall die Grundlage für Lebensmittel.“ Doch das war ihm nicht immer so klar.

Als er den Ausbildungsvertrag für eine ganz andere Branche schon unterschrieben, aber noch nicht abgegeben hatte, kam er ins Grübeln. „Ich habe dann eine Pro- und Kontra-Liste geschrieben und am Ende Ja zur Landwirtschaft gesagt.“ Das ist nun schon etwas her, aber den Entschluss hat er nicht einen Tag bereut. „Ich bin mit Landwirtschaft aufgewachsen und möchte auch künftig mein Geld in dieser Branche verdienen.“ Das klingt wie Musik in den Ohren von Brigitte Roost-Krüger. Ihre Branche plagt sich mit Nachwuchssorgen. Laut neusten Umfragen des Agrarmarketings MV gehört die Personal-Not zu den größten Problemen.

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