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19. November 2017 | 17:17 Uhr

Schwerin : Segler blockieren Buga-Millionen

vom

Die Bundesgartenschau ist lange vorbei. Die BUGA GmbH ist in der Liquidation. Wenn die abgeschlossen ist, können Überschüsse in Millionenhöhe an die Stadt ausgeschüttet werden. Doch der Segelclub Schlossbucht mauert.

svz.de von
erstellt am 06.Mär.2012 | 07:22 Uhr

Ostorf | Die Bundesgartenschau ist lange vorbei. Die BUGA GmbH ist in der Liquidation. Wenn die abgeschlossen ist, können Überschüsse in Millionenhöhe an die Landeshauptstadt ausgeschüttet werden. Geld, das für gemeinnützige Zwecke ausgegeben werden muss, beispielsweise für die Sportvereine, die von der Gartenschau nicht direkt profitiert haben. Anders der Segelclub Schlossbucht. Der hatte sein Gelände zur Verfügung gestellt - und dafür Gegenleistungen erhalten. Eine neue Bootshalle, neue Steganlagen, einen neuen Zaun, eine neue Uferbefestigung - zusammen mit der Pacht kam eine Summe von rund 650 000 Euro zusammen.

Zufrieden ist der Segelclub damit aber offenbar noch lange nicht. Denn seit Monaten weigert er sich, eine Vereinbarung zu unterschreiben, dass alle vereinbarten Leistungen erfüllt sind.

"Zunächst gab es dafür aber auch Gründe", bekennt der Liquidator der Buga GmbH, Josef Wolf. Der Rückbau hat im Jahr 2010wegen des langen Winterwetters etwas länger gedauert, als zunächst geplant. Das Wasser- und Schifffahrtsamt forderte zusätzlich eine Wasserpacht, mit der nicht zu rechnen war. "Wir haben das aber alles ausgeglichen", sagt Wolf. Doch der Verein machte weitere Forderungen auf. So sollte die Buga GmbH eine Bestätigung vorlegen, dass alle Unterlagen, also beispielsweise Pläne, Rechnungen, Genehmigungen, vollständig seien. Damit wurde ein externer Architekt beauftragt. Kosten 1500 Euro. Die Verankerung des Schwimmsteges gefiel dem Vereinsvorstand nicht - eine lange Diskussion folgte. Letztendlich gab es Anfang September 2010 eine Abnahme, gemeinsam. mit den Rechtsanwälten beider Seiten. Nach vielen Diskussionsrunden lag endlich eine Abschlussvereinbarung auf dem Tisch. "Aus unserer Sicht wäre damit alles geklärt", sagt Josef Wolf. "Aber vom Segelclub wurden noch einmal Änderungen vorgenommen. Offenbar wollen die Verantwortlichen die Buga GmbH dauerhaft in die Pflicht nehmen für alle Eventualitäten, die noch kommen könnten." Was das sein könnte, kann Wolf sich aber auch nicht vorstellen.

Heftig kritisiert wird das Vergehen des Segelclubs Schlossbucht vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Buga GmbH, Wolfgang Haupt. " Vereine, die am oder direkt auf dem Gartenschaugelände lagen, haben extrem profitiert. Jetzt könnten die erwirtschafteten Überschüsse den Vereinen zugute kommen, die bisher leer ausgingen. Spricht man die Blockade gegenüber der Vereinsführung an, fasst die das aber als Majestätsbeleidigung auf." Haupt spricht offen von einer unverständlichen Haltung.

Josef Wolf ist inzwischen ratlos. "Wir haben alle Auseinandersetzungen, beispielsweise mit Baubetrieben, in beiderseitigem Einvernehmen geklärt", sagt er. "Selbst wenn wir vor Gericht gestritten haben, gab es immer einen Vergleich. Nur mit dem Segelclub Schlossbucht gibt es kein Übereinkommen." dabei hat die Buga GmbH aus ihrer Sicht alles getan. "Wir hätten sogar die Rechtsanwaltskosten für den Verein übernommen." Genützt hat es nichts.

Vom Segelclub Schlossbucht gibt es keine Stellungnahme. Der ehemalige Vorsitzende Ralf Andragk ist weiterhin der Kontaktmann zur Buga GmbH. Er selbst möchte sich nicht äußern. Das Einzige, was er nach Rücksprache mit dem neuen Vorstand mitteilt: "Derzeit will der Vorstand zu der Angelegenheit nichts sagen." Die Buga GmbH macht nun ernst. Sie hat dem Verein eine letzte Frist gegeben, um die Vereinbarung zu unterschreiben. "Geschieht das nicht, gehen wir vor Gericht", kündigt Josef Wolf an.

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