Neuer Pastor in Plate : Seelsorger reizt das dörfliche Leben

Elf Jahre hat Bernd Klaas als Pastor in Hamburg-Niendorf gearbeitet, nun übernimmt er die Pfarrstelle in Plate. Mit einem Gottesdienst in der Kirche wird der 48-Jährige am Sonntag in sein Amt eingeführt.
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Elf Jahre hat Bernd Klaas als Pastor in Hamburg-Niendorf gearbeitet, nun übernimmt er die Pfarrstelle in Plate. Mit einem Gottesdienst in der Kirche wird der 48-Jährige am Sonntag in sein Amt eingeführt.

Von Hamburg nach Mecklenburg: Bernd Klaas tritt am Sonntag offiziell sein neues Amt als Pastor in Plate an

svz.de von
12. Dezember 2013, 18:28 Uhr

Er wollte noch einmal etwas anderes machen, „auf Achse bleiben“, wie er sagt. Bernd Klaas, der elf Jahre als Seelsorger in Hamburg-Niendorf gearbeitet hat, ist neuer Pastor in Plate, zuständig auch für Consrade, Peckatel und Banzkow. Am kommenden Sonntag, 15. Dezember, um 14 Uhr wird der 48-Jährige in einem Gottesdienst in der Plater Kirche von Propst Dr. Karl-Matthias Siegert offiziell in sein Amt eingeführt.

Bernd Klaas wurde in Hamburg geboren, wuchs in der Gegend um den Hauptbahnhof auf, studierte Theologie in der Hansestadt. Das Vikariat machte er in Glückstadt in Schleswig-Holstein. Insgesamt 13 Jahre arbeitete der Seelsorger dann in der Hamburger Bahnhofsmission, anfangs auf einer vollen, dann auf einer viertel Stelle eine Zeit lang neben seiner Tätigkeit im Stadtteil Niendorf. Er habe viele Menschen in schwierigen Lebenssituationen kennen gelernt, erzählt Klaas. Drogen, Obdachlosigkeit, Verlust von Hab und Gut. Ein verlässlicher Ansprechpartner zu sein, offen und zugewandt, zeichne einen Mitarbeiter der Bahnhofsmission aus, sagt der Pastor. Diese Erfahrung habe ihn geprägt.

Mit seiner Frau Heike, einer gebürtigen Schweizerin, die längere Zeit in Greifswald gelebt hat, und dem fünfjährigen Sohn Edgar ist Bernd Klaas in das Plater Pfarrhaus in der Störstraße eingezogen. Der Wechsel von Hamburg nach Plate sei „ein großer Sprung, aber konsequent“, erklärt er. Das dörfliche Leben in Mecklenburg reize ihn, auf das Zwischenmenschliche komme es ihm an. Und die ersten Erfahrungen seien ausgesprochen ermutigend. „Wir wurden von der Gemeinde sehr gut aufgenommen“, berichtet Klaas. Auch beim Umzug habe es spontane Hilfe gegeben.

Rund 1000 Mitglieder zählt die Kirchgemeinde. Ein Jahr war die Plater Pastorenstelle vakant, vorübergehend übernahm der Pinnower Pastor Tom Ogilvie die Amtsgeschäfte. Nun will Bernd Klaas in Plate das Bewährte weiterführen und Neues aufbauen, möchte ein Pastor zum Anfassen sein. Unterstützt wird er dabei von seiner Frau, die als Gemeindepädagogin arbeiten will.

Gemeinsam mit seiner Frau lädt der neue Pastor bereits am kommenden Mittwoch, 18. Dezember, um 17 Uhr zu einem Puppenspiel für Kinder ab fünf Jahren in den Gemeindesaal in der Störstraße 1 ein. „Räuber Hotzenplotz und das gestohlene Christkind“ heißt das Stück, das sich das Ehepaar Klaas selbst ausgedacht hat. Voraussichtlich im März nächsten Jahres möchte Bernd Klaas den Platern das Musical „Jesus Christ Superstar“ näher bringen, zunächst mit Textpassagen und dann auch mit einer Filmvorführung.

Der Seelsorger plant aber auch Neuerungen in der Liturgie. „Bewegte Gottesdienste“ lautet für ihn ein Zauberwort. Durch tänzerische Elemente möchte der Pastor die Gemeinde bei diesen Andachten buchstäblich in Bewegung bringen. Doch erst einmal will Bernd Klaas hingucken und zuhören.

Die Adventszeit sei eine Zeit des Ankommens, für einen Pastor eine gute Möglichkeit, sich bekannt zu machen, sagt Klaas. Dreimal wird er am Heiligen Abend predigen – in Plate, in Banzkow und in Consrade. „Die Predigten am
24. Dezember sind immer eine besondere Herausforderung“, betont der Pastor. Die alt bekannte Geschichte von der Geburt Jesu neu aufzuschließen, Bezüge zur Gegenwart herzustellen – darin liege die Kunst. Bilder und Gedichte könnten dabei eine große Hilfe sein, so Klaas.

Der Pastor will auch an seiner neuen Wirkungsstätte auf Achse bleiben – mit dem Fahrrad. Die ersten Touren durch die Umgebung habe er schon unternommen, sagt der passionierte Radler. „Die Landschaft ist einfach wunderbar.“

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