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Zeitung für die Landeshauptstadt

14. Dezember 2017 | 18:01 Uhr

Schulschwimmen : „Schwimmunterricht viel zu teuer“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ludwigslusts Bürgermeister kritisiert die Gebührenerhöhung Schwerins und schickt seine Grundschüler nicht mehr auf den Dreesch

von
erstellt am 31.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Seit mehr als 20 Jahren hat die Stadt Ludwigslust den Kindern der 3. Klassen ihrer Grundschulen die Möglichkeit geboten, wöchentlich mit einem angemieteten Bus nach Schwerin in die Schwimmhalle zu fahren. Dort konnten die Kinder mehr als ein halbes Jahr lang Schwimmen lernen. Dieses Angebot konnte sogar während der Schließung und der Neubauphase der Schwimmhalle auf dem Großen Dreesch beibehalten werden. Die zum Ende des Schuljahres erfolgte Gebührenerhöhung der Stadt Schwerin macht eine Weiterführung dieses Angebotes nunmehr unmöglich, sagt Bürgermeister Reinhard Mach.

Mit dieser Gebührenerhöhung hat die Stadt Schwerin den letzten Anstoß gegeben, in Zeiten ohnehin knapper Kassen das Themen Schulschwimmen intensiver zu beleuchten und zu hinterfragen mit der Erkenntnis, dass eine Weiterführung wie bisher nicht mehr möglich ist. In Zeiten begrenzter finanzieller Ressourcen müssen die Städte und Gemeinden besonders verantwortlich mit ihren Finanzmitteln umgehen. Kommt zu ohnehin hohen Kosten für das Schulschwimmen und den Transport noch eine wie jetzt erfolgte Erhöhung der Gebühren in der vorliegenden Größenordnung hinzu, können sich finanzschwache Städte und Gemeinden dies nicht mehr leisten. Ursache sei also nicht der Unwille der Schulträger, sondern vielmehr die extreme Kostensteigerung. Immerhin betrage die Gebührenerhöhung für die Ludwigsluster Grundschulen satte 250 Prozent, sagt Bürgermeister Mach empört gegenüber SVZ.

Diese Zahl ist im Schweriner Stadthaus „schwer nachvollziehbar“, wie Stadtsprecherin Michaela Christen auf Anfrage mitteilt. „Wir haben die Entgelte von einer Pro-Kind-Pauschale auf ein Nutzungsentgelt pro Bahn umgestellt, um die tatsächlich entstehenden Kosten abzubilden. Die Schulen zahlen also, was die Bahn tatsächlich kostet, und zwar alle Schulen, auch die der Landeshauptstadt“, berichtet Christen.

Am 16. Februar seien alle betroffenen Schulen über diese Änderung informiert worden. Zeitgleich wurde ihnen mitgeteilt, dass der voraussichtliche Preis pro Bahn und Stunde rund 29,00 Euro brutto betragen werde. Am 11. Juni veröffentlichte die Stadt den endgültig für das Schuljahr 2015/16 geltenden Satz von 27,61 Euro im Internet. Knapp einen Monat später wurde der Satz – zusätzlich zur öffentlichen Bekanntmachung – den Schulen mitgeteilt.

Bisher wurden von den Umlandschulen pro Kind und Stunde zwei Euro erhoben. Ausgehend von einer maximalen Belegung mit zehn Kindern pro Bahn beträgt der neue Satz pro Kind 2,76 Euro. „Das entspricht einer Preissteigerung von 38 Prozent“, sagt die Stadtsprecherin und fügt hinzu: „Sicherlich wird nicht jede Bahn immer voll ausgelastet sein, so dass die einzelne Preissteigerung dann auch höher ausfallen kann.“

Für Reinhard Mach und die Ludwigsluster Grundschulen, zu denen auch Techentin und Kummer gehören, ist das zu viel. Mutmaßungen der Schweriner Schulschwimm-Koordinatorin aus dieser Woche, dass die Kinder dadurch nicht mehr richtig schwimmen lernen würden, weist Mach zurück. „Ich bin überzeugt, dass wir eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung finden werden. Auch außerhalb von Schwerin gibt es Möglichkeiten Kindern das Schwimmen beizubringen, wie uns andere Schulträger seit Jahren beweisen.“


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