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26. September 2017 | 16:44 Uhr

Schwimmhallen-Neubau beschlossen

vom

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erstellt am 26.Okt.2010 | 05:44 Uhr

Schwerin | Am Dreescher Markt soll in den nächsten zwei Jahren eine moderne Schwimmhalle gebaut werden. Das beschlossen am Montag Abend die Schweriner Stadtvertreter bei vier Gegenstimmen und fünf Stimmenthaltungen mit deutlicher Mehrheit. Damit ist ein mehr als zwei Jahre andauernder Streit um die Zukunft der beiden bestehenden Schwimmbäder beendet. Denn mit dem Beschluss zum Neubau ist auch der Abriss der aus DDR-Zeiten stammenden Hallenbäder besiegelt.

Der Ersatzneubau soll "auf der jetzigen Grundstücksfläche der Schwimmhalle Großer Dreesch unter Hinzuziehung möglicher weiterer hinterliegender Flächen" entstehen. Inklusive der Abrisskosten für die Schwimmhalle in Lankow soll die Investitionssumme einen Nettobetrag von 9,25 Millionen Euro nicht überschreiten. Was das für Auswirkungen auf die Gebäudegröße und die Wasserfläche im Vergleich zu bisherigen Entwürfen hat, sollen Planer bis zu einer endgültigen Entscheidung auflisten. Der bisherige Entwurf der Verwaltung hatte ein Investitionsvolumen von 11,05 Millionen Euro netto vorgesehen. Zielvorgabe für die neue Schwimmhalle soll es den Stadtvertretern zufolge auch sein, die Betriebskosten deutlich zu senken. Bislang zahlt die Stadt für die beiden kommunalen Bäder fast 800 000 Euro jährlich. Mit der neuen Halle, die eine kleinere Wasserfläche haben wird, als die Summe der beiden jetzigen, soll der Betriebskostenzuschuss 600 000 Euro im Jahr nicht übersteigen.

Im Vorfeld hatte die Fraktion der Unabhängigen Bürger noch versucht, beide Schwimmbäder zu erhalten und sie zu sanieren. Denn das hätten vor zwei Jahren 13 000 Schwerin gewollt und per Unterschrift bekundet, so Fraktionschef Silvio Horn. Der machte auch keinen Hehl aus den Nachteilen des jetzigen Beschlusses: "Es steht weniger Wasserfläche zur Verfügung, es wird weitere Wege für Schüler und die Bürger geben, und es gibt keine Kompensation für Lankow, wenn das Bad verschwindet."

Interfraktionelle Kooperation brachte die Entscheidung

"Die Konzentration auf eine Halle ist vernünftig und der Standort gut", bilanzierte CDU/FDP-Fraktionsvorsitzender Sebastian Ehlers. SPD-Fraktionsvorsitzender Daniel Meslien lobte, dass "die unendliche Geschichte Schwimmhalle nun ein positives Ende gefunden" habe. Dem schloss sich Linke-Fraktionschef Gerd Böttger an: "Die Stadtvertretung hat gezeigt, dass sie in schwierigen Situationen handlungsfähig ist."

Die Entscheidung musste bis gestern fallen, um noch Aussicht auf Städtebaufördermittel zu haben, die das Land für den Großen Dreesch in Aussicht gestellt hat. Dazu hatten sich die Fraktionen von Linke, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und CDU/FDP zusammengetan und letztlich mit der Beschlussvorlage vom Montag den Weg geebnet für den Schwimmhallenneubau.

"Ich bin froh über die Entscheidung", bilanzierte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke). Sie sei allerdings nicht glücklich darüber, dass damit vom Bürgerwillen für den Erhalt beider Schwimmhallen abgewichen werden musste. Aber zwei Bäder seien nicht leistbar.

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