Schwerin Lankow : Schwimmhallen-Abriss gestoppt

Die Fenster bereits entfernt: Die Denkmalschützer untersagten weitere Beschädigungen.
Die Fenster bereits entfernt: Die Denkmalschützer untersagten weitere Beschädigungen.

Landesamt für Kultur und Denkmalpflege bremst Schwerin / Stadt will widersprechen und weitermachen

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12. August 2015, 21:00 Uhr

Das Zentrale Gebäudemanagement der Landeshauptstadt hatte bereits mit den Arbeiten für den Abriss der Schwimmhalle Lankow begonnen. Noch in diesem Monat sollte der komplette Abbruch beginnen. Doch nun das Verbot. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege hat sämtliche vorbereitenden Arbeiten gestoppt und gleichzeitig eine Unterlassung aller Arbeiten an der Schwimmhalle erlassen, die dem Abbruch oder dessen Vorbereitung dienen.

Die Landesbehörde hatte der Stadt bereits im Vorfeld geraten hatte, die Lankower Halle unter Denkmalschutz zu stellen. Das hatte die Stadtspitze abgelehnt. Es sei kein wirtschaftlich nachvollziehbares, realistisches Nutzungskonzept vorgelegt worden, so Baudezernent Bernd Nottebaum. Zudem könne die Stadt keinen Denkmalwert des Bauwerks erkennen. In der Interpretation von Nottebaum und Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow sei der Wunsch des Landesamtes lediglich eine nicht bindende Empfehlung gewesen.

Und auch gestern gab sich die Verwaltung kämpferisch: „Die Landeshauptstadt wird gegen diese rechtswidrige Anordnung Widerspruch einlegen und die Abrissarbeiten weiter fortsetzen“, sagt eine Stadtsprecherin.

Doch wird das so einfach? Das Landesamt ist tatsächlich nicht für den Vollzug des Denkmalschutzes zuständig. Doch bei Gefahr im Verzug wird diese Möglichkeit gegeben. Der Paragraf 17 des Denkmalschutzgesetzes rechtfertige das.

Für die Kämpfer für den Erhalt der Schwimmhalle in Lankow ist das ein kleiner Sieg. Die Aktion Stadt und Kulturschutz (ASK) erwarte jetzt von der Stadt zukunftsweisende Handlungen „statt einer Hau-drauf-Politik, die jeglichen Kompromiss ablehnt“. Die Stadt solle erneut den Erhalt prüfen, bevor sie in Widerspruch geht. „Wenn von allen etwas getan wird, geht es voran“, sagt ASK-Stadtvertreterin Anita Gröger. Die ASK regt einen Ideenwettbewerb zur Nutzung der Halle an – mit vielen Beteiligten.

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