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Flüchtlinge in Schwerin : Schwimmflügel bleiben trocken

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viele Flüchtlinge können nicht schwimmen, aber Ausbilder fehlen: Flüchtlingshilfe hofft jetzt auf Schweriner Vereine

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2016 | 08:00 Uhr

Claus Oellerking ist ratlos. „Ich weiß nicht mehr, was ich noch machen soll“, sagt der Sprecher der Schweriner Flüchtlingshilfe. Oellerking würde jungen und älteren Flüchtlingen gerne das Schwimmen beibringen. Doch das klingt leichter gesagt als getan. „Sie überschätzen sich leicht, was das Schwimmen angeht“, erzählt der Schweriner. Das Problem: Es fehlen Schwimmtrainer und -ausbilder.

Vor einigen Wochen hätte es bereits einen Kurs mit der DRK-Wasserwacht gegeben, erklärt Oellerking: 20 Kinder aus vier Nationen lernten mit der Unterstützung der Experten in zehn Einheiten die ersten Schwimmgrundlagen. „Dafür sind wir der DRK-Wasserwacht sehr dankbar“, sagt Claus Oellerking. „Tatsache ist aber auch, dass es aus dem Kreis der Flüchtlinge noch 30 Kinder und rund 50 Erwachsene gibt, die gerne Schwimmen lernen würden.“

Oliver Markwardt, hauptamtlicher Mitarbeiter der DRK-Wasserwacht in Schwerin, würde Oellerking und der Flüchtlingshilfe gerne helfen. Allerdings fehlt ihm das nötige Personal: „Wir haben nicht genug Leute, um die entsprechenden Schwimmkurse anzubieten“, nennt der Lebensretter das Problem beim Namen. Außerdem liege die Hauptaufgabe der DRK-Wasserwacht nicht bei der Schwimmerausbildung, sondern bei der Lebensrettung von Menschen, die in Not geraten sind, so Markwardt weiter. Ein Kompromiss sei, von den eigenen Zeiten, die die Wasserwacht in der Schwimmhalle gebucht hat, einige Stunden abzugeben. „Am Sonnabend können die jungen und älteren Flüchtlinge von 14 bis 15 Uhr in die Halle am Großen Dreesch, anfangs könnten wir sie vielleicht auch anleiten. Aber dauerhaft trainieren können wir sie leider nicht.“

Claus Oellerking ist dafür zwar dankbar – den Schwimmwilligen hilft das aber nur indirekt aus der misslichen Lage. „Wir sind mit vier Männern sogar schon zu einem Schwimmkurs nach Demen gefahren“, erzählt er. Allerdings wäre das in Zukunft nicht mehr möglich: Es fehle den ehrenamtlichen Helfern einfach die Zeit. Daher hoffen Oellerking und das Team der Flüchtlingshilfe auf die Unterstützung Schweriner Vereine: „Uns würden für die Anfänger ein paar Schwimmlehrkräfte während der Hallenzeiten am Sonnabend sofort weiterhelfen. Vielleicht hat ja der ein oder andere Sportverein Lust, uns zu unterstützen.“

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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