Stadt gibt 1,9 Millionen Euro mehr beim Personal aus : Schwerins Verwaltung wird teurer

Trotz intensiver Sparbemühungen machen steigende Personalkosten den Plänen der Landeshauptstadt einen Strich durch die Rechnung. Die Verwaltung will die Ausgaben pauschal um etwa 1,9 Millionen Euro erhöhen.

von
20. Oktober 2011, 07:50 Uhr

Schwerin | Trotz intensiver Sparbemühungen machen steigende Personalkosten den Plänen der Landeshauptstadt einen Strich durch die Rechnung. Die Verwaltung will die Ausgaben im kommenden Jahr pauschal um etwa 1,9 Millionen Euro erhöhen, heißt es im Stellenplanentwurf 2012. Gründe dafür sind unter anderem Neueinstellungen sowie Anpassungen von Besoldung um 1,9 Prozent und Tarif um 1,5 Prozent. Insgesamt soll das Personal um acht auf insgesamt 1018 Stellen aufgestockt werden. Im Jahr 2010 waren nach Informa tionen unserer Zeitung noch 1029 Mitarbeiter in der Verwaltung beschäftigt. Unter dem Strich plant die Lan deshauptstadt im Jahr 2012 dann, 45,6 Millio nen Euro für ihr Personal auszugeben.

Sorgenkind der Stadt sind laut Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) weiterhin die steigenden Ausgaben im Sozialsektor. Das war schon vor zwölf Monaten absehbar (SVZ berich tete). Im Sozialbereich will die Ver waltung zum kommenden Jahr Stellen aufstocken - durch Neueinstellungen bzw. Umstrukturierungen. Im laufenden Jahr stiegen die Fälle, in denen Sozialarbeiter Kinder aus ihren Familien nehmen mussten. Dafür benötigt die Stadt mehr Fachpersonal. So sollen im Amt für Soziales und Wohnen fünf neue Stellen entstehen. "Es geht auch darum, Chancen für junges Personal zu schaffen", sagt Detlef Borchert vom Jugendamt.

Das scheint nicht nur im Sozialsektor dringend notwendig, denn die Verwaltung der Landeshauptstadt ist mit einem Durchschnittsalter von knapp 48 Jahren überaltert. Aus einem Konzept zur Entwicklung des Verwaltungspersonals aus dem vergangenen Jahr geht hervor, dass allein aus Altersgründen in den kommenden Jahren mehr als 320 Mitarbeiter aus dem Verwaltungsdienst ausscheiden werden. Das gefährdet einerseits die Funktion des Apparates. Andererseits spart eine Reduzierung um 100 Stellen jährlich etwa vier Millionen Euro, wie aus dem Konzept hervorgeht.

Aufgaben der Kommune steigen

Doch die Aufgaben der Verwaltung werden eher mehr als weniger. Auch das immer wieder in die Kritik geratene Bildungs- und Teilhabepaket macht merklich mehr Arbeit. Um die Antragsflut zeitnah aufzufangen, beschäftigen sich künftig voraussichtlich vier Mitarbeiter mit dem Paket. Auch zwei neue Schulsekretärinnen für Schwerins Grundschulen sind im Stellenplan vermerkt. Die Stadtvertretung hatte im Juni diesen Jahres einen entsprechenden Beschluss verabschiedet. Grund: Mehrere Schulsekretariate kommunaler Bildungseinrichtungen sind aufgrund von Personalmangel zum Teil tageweise nicht besetzt.

Das Innenministerium als Kommunalaufsicht hatte Schwerin einen Einstellungsstopp verordnet, demnach dürfen ohne Sondergenehmigung keine Stellen wieder bzw. neu besetzt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen