Studentenleben : Schwerins tapfere Schneiderlein

Männer an der Nähmaschine sind in der Designschule „nichts Besonderes“. Sebastian Jung muss für seine Kollektion fünf Entwürfe zeichnen, zwei mit der Nadel realisieren sowie diese  von Models präsentieren  lassen und  selbst erklären.
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Männer an der Nähmaschine sind in der Designschule „nichts Besonderes“. Sebastian Jung muss für seine Kollektion fünf Entwürfe zeichnen, zwei mit der Nadel realisieren sowie diese von Models präsentieren lassen und selbst erklären.

Flink an der Nadel: Angehender Modedesigner Sebastian Jung fertigt an der Designschule seine eigene Kollektion.

svz.de von
16. Dezember 2013, 12:00 Uhr

„Tack-tack“ machen die Nadeln, Konzentration zeichnet die Gesichter der angehenden Modedesigner, leise besprechen die Auszubildenden mit Designerin Annett Wagner ihre Entwürfe. Die Schneiderwerkstatt befindet sich im Keller am Ende eines schmalen Ganges. Von außen wirkt es wie ein unspektakulärer Kellerraum, drinnen herrscht Kreativität. „Wir haben ein straffes Programm“, sagt Annett Wagner. Jeder in ihrem Kurs muss innerhalb eines Semesters fünf Kleider entwerfen, zwei davon selbst nähen und am Ende an einem Model vorstellen. Zweieinhalb Tage pro Woche verbringen die Auszubildenden dafür zwischen Entwürfen, Schnittmustern, Nesselstoff und Kleiderpuppen.

„Die ersten Entwürfe nähen die Auszubildenden in Nesselstoff“, sagt die Lehrerin. Der ist leicht zu verarbeiten, verzeiht erste Fehler und ist preisgünstig. Erst dann schneidern die Drittsemester die Originale.

Sebastian Jung hat sich zwei Kleider im 20er-Jahre-Stil als Vorlage herausgesucht – „oben eng und unten weit auslaufend“. In einem ersten Schritt näht er beide Vorlagen mit Nesselstoff nach. Parallel fertigt er anhand der zwei Basiskleider fünf eigene Entwürfe an. „Wir erstellen jeder ein so genanntes Lookbook.“ Zwei der Entwürfe wird er dann realisieren. Eine asymmetrische Linie soll die Kollektion des 24-Jährigen bestimmen. „Einseitig ein weit ausgestellter Ärmel und ein halbseitiger Blazer, gehalten in weißem Leder und türkis-mint-farbenem Stoff, dazu raffinierte Details mit Ketten“, beschreibt er seine Ideen. Am Ende präsentieren Models die Kleider. Die besten Unikate „werden unter Umständen bei der Modenschau 2015 auf dem Laufsteg zu sehen sein“, sagt Stephan Haring, stellvertretender Geschäftsführer der Designschule. Für Sebastian Jung ein Ansporn, unter die besten Designer seines Jahrganges zu kommen.

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