Sie entschärfen Unfallschwerpunkte : Schwerins Straßen sicherer machen

Durch eine klarere Verkehrsführung als Unfallschwerpunkt entschärft: Auf der Kreuzung an der ehemaligen Stadionbrücke hatte es innerhalb eines Jahres achtmal gekracht.
Durch eine klarere Verkehrsführung als Unfallschwerpunkt entschärft: Auf der Kreuzung an der ehemaligen Stadionbrücke hatte es innerhalb eines Jahres achtmal gekracht.

Unfallkommission nimmt regelmäßig die Verkehrssituation in der Stadt unter die Lupe

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28. Juni 2016, 09:00 Uhr

Ein besser erkennbares Ampelsignal, deutlichere Fahnbahnmarkierungen, mehr Platz auf der Straße durch zurückgeschnittene Sträucher – die Maßnahmen, die die Unfallkommission für die Kreuzung an der ehemaligen Stadionbrücke vorgeschlagen hat, zeigen Wirkung. „Die Situation an der Kreuzung hat sich entspannt“, sagt Anke Wedlich von Sachgebiet Verkehr der Schweriner Polizeiinspektion. Innerhalb nur eines Jahres hatten sich an der Kreuzung acht Unfälle ereignet. Anlass für die Unfallkommission zum Handeln.

Einmal, nach Bedarf auch zweimal im Jahr tagt die Unfallkommission in Schwerin, bei der neben der Polizei auch die Stadt mit Vertretern etwa des Ordnungsamtes und des Verkehrsmanagements, die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen und das Straßenbauamt mit am Tisch sitzen. „Als Polizei bereiten wir die Sitzungen der Unfallkommission vor“, erläutert Anke Wedlich. Unfallschwerpunkte würden benannt, die Lage vor Ort unter die Lupe genommen, Skizzen angefertigt, Vorschläge zur Verbesserung der Situation gemacht.

Von einem Unfallschwerpunkt spricht die Polizei nach Angaben von Anke Wedlich, wenn an einem Ort innerhalb eines Jahres fünf Unfälle desselben Typs geschehen, also beispielsweise fünf Vorfahrtsunfälle. Ebenfalls von einer „Unfallhäufungsstelle“ ist die Rede, wenn innerhalb von drei Jahren an einem Ort fünf Unfälle mit verletzten Personen passieren.

Gehandelt wurde auf Initiative der Unfallkommission auch in der so genannten Aschbergkurve auf der Bundesstraße 104 zwischen Schelfwerder und dem Beginn des Paulsdamms. Um die Kurve zu entschärfen, seien unter anderem ein neuer Fahrbahnbelag aufgebracht und das zulässige Tempo herabgesetzt worden, berichtet Anke Wedlich.

Doch es gibt noch weitere Unfallschwerpunkte in der Stadt. Beispielhaft nennt Anke Wedlich die viel befahrene Kreuzung Ludwigslust Chaussee – Karl-Marx-Allee, die Kreuzung Lübecker Straße – Grevesmühler Straße, wo Probleme beim Rechtsabbiegen in Richtung Warnitz auftreten würden, und die Lomonossowstraße, in der die Fahnbahnmarkierung teilweise fehle. Mit einer auffälligen Zahl von Unfällen rechnet die Polizeibeamtin bei der nächsten Bestandsaufnahme auch im Kreuzungsbereich Am Grünen Tal – Hamburger Allee. Grund seien die Arbeiten vor Ort. So berge etwa das ständige Anfahren und Abbremsen im Baustellenbereich die Gefahr von Auffahrunfällen, sagt Anke Wedlich.

Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr 3430 Unfälle auf den Straßen der Landeshauptstadt ereignet – 211 mehr als 2014. Anke Wedlich sieht die Entwicklung in erster Linie einer höheren Verkehrsdichte geschuldet. Ein Großteil der Unfälle ereigne sich aber weiterhin beim Ein- und Ausparken auf öffentlichen Parkplätzen, erklärt sie.

Polizei und Unfallkommission würden die Verkehrssituation in der Landeshauptstadt weiterhin aufmerksam im Auge behalten, versichert Anke Wedlich. In dringenden Fällen werde selbstverständlich auch kurzfristig nach einer Lösung gesucht.

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