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Outlet Center: Schwerin vs. Wittenburg : Schwerins Nein stärkt Wittenburg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landeshauptstadt will Pläne für Outlet Center in der Gartenstadt nicht vorantreiben und lehnt zugleich Großprojekt in Wittenburg ab

svz.de von
erstellt am 14.Mär.2017 | 20:45 Uhr

Die Landeshauptstadt ist mit dem Thema Fabrikverkauf durch. „Wir bleiben konsequent. Wir lehnen das Factory Outlet Center in Wittenburg zwar weiterhin ab. Aber wir werden auch die Ansiedlung eines Fabrikverkaufs in Schwerin nicht weiter vorantreiben“, sagt Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum. Nachdem das Thema im Hauptausschuss nochmals beraten worden war, sei die Verwaltung darin bestärkt worden, keine Änderung des B-Planes für das „Schwerino“ genannte Baugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Rinderbesamungsanstalt auf den Weg zu bringen. „Wir werden also auch keine entsprechende Planungsanzeige an die Raumordnungsbehörde leiten“, so der Vize-Oberbürgermeister. Damit sei das Thema vom Tisch.

Zu den Plänen des Eigentümers für die Fläche, auf die das Outlet Center sollte und auf der gerade Baufreiheit geschaffen worden war, wollte Wirtschaftsdezernent Nottebaum keine Aussagen treffen. Möglich sei vieles, vom Verkauf des Grundstücks bis zur Weiterentwicklung. „Bisher haben wir nur Kenntnis von der Ansiedlung eines Verbrauchermarktes.“

Die Resonanz der Wirtschaft fällt indes geteilt aus. „Ich bin der Meinung, Einzelhandel gehört in die Innenstadt. An der Peripherie hat Schwerin schon genug große Einkaufszentren. Das Aus für das Outlet Center in Schwerin wird der Stadt nicht schaden“, sagt Angela Hinze, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Altstadt. Rolf Paukstat, Präsident des Unternehmerverbandes, sieht die Sache anders: „Vielleicht kämpfen wir in Schwerin zu wenig für unsere Interessen. Denn wenn es jetzt ein Outlet Center in Wittenburg geben soll, hätte es auch nach Schwein kommen können“, sagt er.

Im alten Kreis Hagenow wird das Projekt von Zarrentin bis Lübtheen grundsätzlich begrüßt. Dennoch sind auch dort die Meinungen zum Outlet Center geteilt. In Hagenow machen sich einige Sorgen, dass der Einzelhandel leiden wird. „Ich finde es aber gut, dass ein Hindernis für Wittenburg aus dem Weg geräumt ist“, sagt Hagenows Bürgermeister Thomas Möller. Wittenburgs Bürgermeisterin Margret Seemann fügt hinzu; „Ich kann zusichern, wenn Center und Village gebaut werden, dann binden wir Schwerin mit all seinen Vorzügen voll mit ein. Wittenburg Village wird den Schwerinern viel bringen.“

Die Van-der-Valk-Gruppe, die in Wittenburg die Skihalle betreibt, plant dort ein Outlet-Center mit 60 Geschäften auf 12 000 Quadratmetern, ein Feriendorf mit 130 Häusern sowie den Ausbau des Alpincenter-Hotels auf 250 Betten.

Kommentar von Mayk Pohle: Village bringt vielen Nutzen
Die Wittenburger könnten sich jetzt zurücklehnen und den Schweriner zurufen, dass sie es ja schon immer gewusst hätten. Doch das macht niemand. Viel eher herrscht Erleichterung, dass ein Hindernis für das Wittenburg Village nicht mehr existiert. Damit steigen die Chancen, dass gebaut wird. Wenn ein Outlet Center überhaupt einen Sinn macht, dann direkt an der Autobahn zwischen den beiden größten Städten Deutschlands. Die Investoren brauchen Besucher in Größenordnungen. Und die können nur von der A 24 kommen. Klar ist: Ohne Outlet Center kommt der Rest auch nicht. Dazu gehört ein Feriendorf mit großer Schwimmhalle, Saunalandschaft usw. Schwerin kommt mit seiner einen Schwimmhalle schon jetzt nicht klar. Es liegt doch auf der Hand, dass von einem Village alle profitieren würden. Wenn es denn eines Tages auch wirklich gebaut wird.
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