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Leser stimmen ab : Schwerins Lenin als bunte Graffiti-Skulptur?

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Lenin als Popart-Monument? Nachdem in Schwerin darüber diskutiert wurde, die Skulptur vom Sockel zu stoßen, gibt es jetzt eine neue Idee: Die Plastik mit Graffiti gestalten. Wir wollen Ihre Meinung wissen, liebe Leser:

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2012 | 10:49 Uhr

Muesser Holz | Wird der Lenin im Mueßer Holz bald ein kunterbuntes Graffiti-Kunst-Objekt? Diese Idee hat jedenfalls Wolfgang Maschke aus dem Ortsbeirat. Damit möchte er nicht den Gründer der Sowjetunion verunglimpfen, sondern Präventionsarbeit leisten, wie sie an Wartehäuschen, Trafos oder Brücken schon seit einigen Jahren recht erfolgreich betrieben wird. Grundgedanke: Wo schon ein legaler Sprayer bunte Kunst geschaffen hat, lassen Vandalen ihre Sprühflasche oder Farbeimer liegen. Das Standbild von Lenin ist in den vergangenen Jahren immer wieder von Unbekannten attackiert worden. Aktuell sind Mantel und Podest mit weißer Farbe beschmiert. Die Stadt will Lenin auf eigene Kosten reinigen lassen.

"Vielleicht kann durch diese Umgestaltung der Schweriner Lenin ein neuer Anziehungspunkt für Touristen werden", spinnt Maschke seine Idee weiter. Rund um die Skulptur, die seit 1985 an ihrem Platz steht, könnten weitere Kunstobjekte unter freiem Himmel installiert werden, so Maschke. Auch das gegenüber liegende Feuerwehrmuseum könnte von der Aktion profitieren.

Die Landesdenkmalpflege zumindest hätte nichts dagegen. Denn entgegen landläufiger Meinung ist die überlebensgroße Skulptur im Mueßer Holz gar kein Denkmal im Sinne des Denkmal schutzgesetztes MV, erklärt der Leiter des Landesamtes, Dr. Michael Bednorz, auf SVZ-Anfrage. "Die in der Statue dargestellte Person hat nämlich keinerlei Ortsbezug, mit anderen Worten: Lenin war nie in Schwerin. Skulpturen von ihm sind früher ja in Masse produziert worden und standen an allen möglichen Plätzen." Für die Denkmalpfleger habe der Lenin im Mueßer Holz in etwa die gleiche schützenswerte Bedeutung wie eine Betonmauer. Selbst bei einem Abriss würde sich das Amt wohl nicht querstellen, so Bednorz. Im Jahr 2008 war FDP-Stadtvertreter Christoph Priesemann mit seinem Abrissantrag in der Stadtvertretung gescheitert. Seitdem weist eine Info-Tafel am Sockel auf Enteignung, Bürgerkrieg und kommunistischen Terror hin.

Priesemanns Parteikollege Stev Ötinger, Ortsbeiratsvorsitzender vom Großen Dreesch, plädiert immer noch für Lenins Verschwinden: "Das Ding muss abgebaut werden", sagt er. "Lenin ist für mich ein Massenmörder. Das Bildnis so eines Mannes möchte ich nicht in meiner Nachbarschaft haben. Zudem kostet die Skulptur die Stadt andauernd sinnlos Geld für Reparaturen." Sein Vorschlag: Lenin abbauen und im Internet versteigern. "Das Geld kann die Stadt an anderer Stelle gut gebrauchen."

Georg-Christian Riedel, Vorsitzender des Ortsbeirates Mueßer Holz, hält sich zurück. Zwar wurde die Tafel wiederholt beschädigt, resümiert er auf SVZ-Anfrage, jetzt gäbe es Farbattacken. Doch die Verantwortung sei klar: "Die Figur steht auf WGS-Land. Für die Plastik ist der Eigentümer verantwortlich, und es gilt der letzte Stadtvertreterbeschluss zu diesem Thema." Der sagt: Lenin bleibt - als graue Plastik, wie der estnische Bildhauer Jaak Soans ihn erschaffen hat.


Umfrage

Lenin in Schwerin: bunt, grau oder weg? Wir wollen Ihre Meinung wissen, liebe Leser: Was soll aus der Lenin-Skulptur am Eingang des Mueßer Holzes werden? Rufen Sie heute zwischen 8 und 18 Uhr an:
Bunt: Umgestalten mit legalen Graffiti als Präventionsprojekt – Telefon 0137-100808-1*
Grau: So lassen wie er ist und regelmäßig putzen – Telefon 0137-100808-2*
Weg: Die Skulptur ganz entfernen – Telefon 0137-100808-3*

*14 Cent je Verbindung aus dem deutschen Festnetz; Mobilfunkpreise können deutlich abweichen

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