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Nachfrage nach neuen Wohnungen steigt : Schwerins Immobilien heiß begehrt

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Auf dem Schweriner Immobilienmarkt ist von einer Eurokrise nichts zu spüren. Der niedrige Zinssatz für Baukredite und die wachsende Attraktivität der Stadt hat die Nachfrage nach neuen Wohnungen deutlich steigen lassen.

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2013 | 06:26 Uhr

Schwerin | Auf dem Schweriner Immobilienmarkt ist nichts von einer Eurokrise zu spüren. Die aktuell niedrigen Zinsen und das wachsende Interesse am Wohnstandort Schwerin sorgen für einen wahren Ansturm. Denn wer heute eine Immobilie finanziert, zahlt für sein Darlehen weniger als je zuvor. Zum Vergleich: Noch vor zehn Jahren kostete Baugeld mit zehnjähriger Zinsbindung mit mehr als sechs Prozent doppelt so viel wie heute. Darauf haben längst die Investoren reagiert: Laut dem Immobilienverband IVD stiegen in der Landeshauptstadt die Preise für Eigentumswohnungen in mittleren Lagen um 8,6 Prozent.

"Infolge des anhaltenden niedrigen Zinsniveaus ist die Nachfrage bei uns nach wie vor sehr hoch. Inzwischen interessieren sich auch Kunden für Immobilien, die dies vor einigen Jahren noch nicht getan haben", berichtet Christin Stöter, Schweriner Filialleiterin der PSD Bank Nord. Dies hat dazu geführt, dass allein ihre Filiale im Geschäftsjahr 2012 in Schwerin Baufinanzierungen im Volumen von acht Millionen Euro zugesagt hat - stolze zwei Millionen Euro mehr als im Jahr davor. Bei den großen Schweriner Baufinanzierern, der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und der VR-Bank, sind die Summen noch wesentlich höher. Die VR-Bank verzeichnet einen Anstieg der Kreditvergabe von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Sparkasse hat die Finanzierung von Immobilien in der Landeshauptstadt mit einem Neugeschäft von 35,7 Millionen Euro - ein Plus von 13,7 Prozent gegenüber 2011 - ausgebaut. "Für 2013 rechnen wir mit einer Fortsetzung der positiven Entwicklung. Der Wunsch nach einer soliden Investition in eigenen Wohnraum ist weiterhin sehr ausgeprägt", so der Sparkassen-Regionaldirektor Maik Jensen.

Das Schweriner Umland dagegen - wo gerade in der Nachwendezeit viel gebaut wurde - hat parallel im Vergleich zur Stadt zunehmend an Attraktivität verloren, bilanziert Christin Stöter. Schwerin hat eine erheblich höhere Nachfrage aufgrund der gestiegenen Lebensqualität und einer verbesserten Infrastruktur sowie neu erschlossener Baugebiete . "Derzeit erleben wir auch eine sehr hohe Nachfrage in der Schweriner Innenstadt. Aufgrund des hohen und stabilen Mietpreis- sowie Preisniveaus sind Immobilien als Kapitalanlage sehr begehrt", so Christin Stöter. Tendenz: Die Preiskurve zeigt nach oben.

Die in Schwerin derzeit exklusivsten Lagen für Wohnimmobilien liegen rund um den Ziegelinnen und -außensee sowie in der Schelfstadt und der Werdervorstadt am Schweriner See. Interessante Einfamilienhausobjekte, insbesondere für junge Familien, finden sich im Schweriner Umland in Richtung Nordwestmecklenburg.

Der Schweriner Wohn- und Immobilienmarkt ist klar auf dem Vormarsch. Noch gibt es erschwingliche Objekte zu angemessenen Preisen. In mittleren Lagen müssen für Einfamilienhäuser rund 1420 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden, in guten rund 1740. Bei Eigentumswohnungen ist das Preisniveau mit 1570 bzw. 1780 Euro pro Quadratmeter leicht höher. "Wir gehen weiter von einer steigender Nachfrage auf dem Schweriner Immobilienmarkt aus, da sich ein Ende des niedrigen Zinsniveaus nicht abzeichnet. Auch mangels attraktiver Anlagealternativen werden viele ihr Geld in ,Beton-Gold investieren", so Christin Stöter.

Den Trend bestätigt auch Dr. Günter Reinkober, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung. "Beim klassischen Einfamilienhaus in einem B-Plan-Gebiet ist die Zahl der Bauanträge im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2011 um 20 Prozent gestiegen", sagt Reinkober. Im gesamten Wohnungsneubau habe sich bereits 2011 die Zahl gegenüber 2010 sogar verdoppelt, berichtet der Amtsleiter. Die endgültigen 2012er-Zahlen liegen noch nicht vor.


Versteckte Kosten immer Blick behalten

Individualität: Passt meine Traumimmobilie zu meinen Lebensumständen? Passt die Infrastruktur zu den eigenen Anforderungen? Was sind meine genauen Wünsche und Vorstellungen der Finanzierungsraten? Ein Finanzierungskonzept für das Bauvorhaben ist genauso individuell wie die Gestaltungswünsche des Eigenheims und sollte wie ein Maßanzug passen. Daher ist eine intensive Beratung wichtig.

Eigenkapital: Je mehr desto besser: 20 Prozent sollten vorhanden sein.

Monatliche Belastung: Damit noch Spielraum für die Erfüllung anderer Wünsche bleibt, sollte die monatliche Belastung nicht mehr als 40 Prozent des verfügbaren Nettoeinkommens ausmachen. Keine Angst vor langer Bindung: In der aktuellen Niedrigzinsphase empfiehlt sich eine möglichst lange Zinsfestschreibung – mindestens zehn Jahre. Gut zu wissen: Auch wer sich länger bindet, kann nach zehn Jahren die Zinsbindung mit einer Frist von sechs Monaten zum Ablauf kündigen und neu verhandeln.

Tilgungsrate: Trotz des Zinstiefs keine zu kleine Rate wählen, sondern lieber die Tilgung erhöhen. Denn Standardfinanzierungen mit einem Prozent Anfangstilgung benötigen derzeit mehr als 40 Jahre bis zur vollständigen Schuldenfreiheit. Besser zwei bis drei Prozent wählen. Sondertilgungen wahrnehmen: In jedem Fall sollte es möglich sein, jährliche Zusatzzahlungen leisten zu können, um das Darlehen schneller zurückzuführen. Bei vielen Banken können diese ausgehandelt werden.

Nebenkosten beachten: Zusatzkosten in Höhe von bis zu zwölf Prozent sind nicht ungewöhnlich. Dies sind Erwerbskosten, die neben dem Kaufpreis anfallen. Darunter fallen u.a. Grunderwerbssteuer, Notar-Gebühren und die Kosten für den Grundbucheintrag.

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