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Brandschutz in Schwerin : Schwerins Hochhäuser sind sicher

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die drei Lankower Zehngeschosser werden aus wirtschaftlichen Gründen abgerissen / Andere Blocks erfüllen Brandschutzbestimmungen

von
erstellt am 15.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Nach dem Brand des 24-stöckigen Londoner Grenfell Tower Mitte Juni, bei dem 80 Menschen ums Leben kamen und der Evakuierung des Hochhauses in Wuppertal, stellen sich auch in der Landeshauptstadt viele Schweriner die Frage: Sind unsere Hochhäuser eigentlich sicher?

Die drei Lankower Riesen in der Julius-Polentz-Straße, der Eutiner Straße und in der Plöner Straße mit insgesamt 854 Wohnungen und derzeit noch 14 Mietern, sollen abgerissen werden. Allerdings nicht aus brandschutztechnischen, sondern aus wirtschaftlichen Gründen. So seien die Fassaden zwar nicht nachträglich gedämmt worden, allerdings bestehen sie aus Beton, berichtet Thomas Köchig, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS). Und auch die Balkone sind aus Beton und würden so einen Brandüberschlag zwischen den Geschossen verhindern, erklärt Feuerwehr-Chef Dr. Stephan Jakobi. Die Hochhäuser verfügen über einen ausreichenden Brandschutz und über eine entsprechende Genehmigung – Bestandsschutz –, unterstreicht Jakobi.

Alle anderen bewohnten WGS-„Wolkenkratzer“ erfüllen laut Thomas Köchig die Brandschutzrichtlinien vollends. „Die unbewohnten Hochhäuser am Berliner Platz stehen zum Abriss und sind wie die Lankower Hochhäuser nicht nachträglich gedämmt worden. Sie besitzen außen ebenfalls eine Betonfassade, die sehr schwer bis gar nicht entflammbar ist“, betont der WGS-Geschäftsführer nochmals.

Die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) besitzt in der Landeshauptstadt elf Hochhäuser. „Keines von ihnen wurde nachträglich gedämmt“, berichtet SWG-Vorstandsmitglied Guido Müller. Das heißt: Auch sie sind nicht leicht entflammbar. Des Weiteren würden beispielsweise Notausgänge, Feuerlöscher, Rettungswege und Notstromaggregate regelmäßig überprüft.

Falls es dennoch mal zu einem Feuer in einem der Hochhäuser kommen sollte, steht die Feuerwehr wegen der großen Anzahl betroffener Personen, den langen Anmarschwegen in die oberen Etagen und dem verhinderten Außenangriff auf Grund der Höhe vor besonderen Herausforderungen. So sei eine Rettung über die Drehleiter gar nicht vorgesehen, erklärt Jakobi. Auf der anderen Seite gäbe es Einrichtungen, die die Arbeit der Feuerwehr erleichtern: wie etwa zwei bauliche Rettungswege in getrennten Treppenräumen oder ein besonders gestalteter Sicherheitstreppenraum, die Überwachung der Rettungswege durch eine Brandmeldeanlage, einen Hausalarm, Wandhydranten und Steigleitungen.

Entwarnung gibt auch Bernd Nottebaum, der als Dezernent für den Brandschutz zuständig ist: „Wir haben uns nach London und Wuppertal natürlich mit dem Thema beschäftigt. Es besteht keine Sorge, dass wir in einer spontanen Aktion Bürger auffordern müssen, wegen Brandgefahr aus einem Hochhaus ausziehen zu müssen. Wir können die Sicherheit der Bewohner garantieren.“

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