Polizei verzeichnet weniger Verkehrstote : Schwerins gefährlichste Kreuzungen

Vorsicht, hohe Unfallgefahr: An der Kreuzung Ludwigsluster Chaussee / Karl-Marx-Straße krachte es im vergangenen Jahr 29-mal. Reinhard Klawitter
Vorsicht, hohe Unfallgefahr: An der Kreuzung Ludwigsluster Chaussee / Karl-Marx-Straße krachte es im vergangenen Jahr 29-mal. Reinhard Klawitter

Mit 32 Unfällen im vergangenen Jahr ist die Kreuzung Obotritenring, Wittenburger Straße die gefährlichste Kreuzung der Landeshauptstadt Schwerin – trotz Rotlicht-Blitzer.

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19. Oktober 2011, 06:11 Uhr

Schwerin | Autofahrer in Schwerin sind wieder sicherer unterwegs. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik der Landeshauptstadt für das Jahr 2010 hervor, die gestern die Stadtverwaltung vorstellte. Das Ergebnis: Mit 3838 Unfällen verzeichnet die Polizei 112 Vorkommnisse weniger als noch im Vorjahr, davon 291 mit Verletzten. Dabei waren zwei Menschen getötet worden, im Jahr 2009 waren es noch sechs Verkehrstote, davon keine Kinder. 37 Menschen erlitten im vergangenen Jahr schwere Verletzungen, drei mehr als im Vorjahr. 303 Menschen kamen mit leichten Blessuren davon, 39 weniger als noch 2009. In 23 Unfälle waren im Jahr 2010 Kinder verwickelt. Die Hauptunfallursache war fast immer zu hohe oder unangepasste Geschwindigkeit, teilt die Verwaltung mit.

Trauriger Rekord: Autofahrer ignorieren verstärkt rote Ampeln. Das Ordnungsamt erwischte in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres 1600 Rotlicht-Sünder, und damit genauso viele wie in den zwölf Monaten des vergangenen Jahres. "Nachdem es 2010 etwa 1100 Rotlichtverstöße weniger als 2009 gab, hat die Zahl in diesem Jahr wieder dramatisch zugenommen", sagt Ordnungsamtsleiterin Gabriele Kaufmann. Sie warnt davor, die Sache auf die leichte Schulter zu nehmen. Allein in den ersten sechs Monaten diesen Jahres kam es in der Landeshauptstadt zu 139 Unfällen, die durch Missachtung von Rotlicht verursacht worden waren.

So zählt die Kreuzung Ludwigsluster Chaussee / Karl-Marx-Allee mit 29 Unfällen im Jahr zu den vier Unfallschwerpunkten in Schwerin. Dort überwacht normalerweise ein Rotlicht-Blitzer die Verkehrssituation, "allerdings ist der zurzeit defekt", sagt Kaufmann. Weitere Risiko-Kreuzungen sind laut Statistik Crivitzer Chaussee / Am Grünen Tal mit 21 Unfällen, Am Grünen Tal / Hamburger Allee mit 21 Unfällen und Obotritenring / Wittenburger Straße mit 32 Unfällen. An letzterer hält ebenfalls ein Blitzer mögliche Rotlicht-Sünder im Bild fest. "Das kann teuer werden", sagt Kaufmann. Es drohen Geldbußen von 90 Euro an und drei Punkte in Flensburg. Immer wieder legen Rotlicht-Sünder Einspruch ein. "Wir haben zahlreiche Gerichtsverfahren", sagt die Ordnungsamtsleiterin. "Aber unsere Anlagen werden regelmäßig überprüft und geeicht."

Die kommunale Unfallkommission will in den kommenden Jahren die Risiko-Kreuzungen und -Kurven im Stadtgebiet weiter entschärfen. An der Crivitzer Chaussee / Am Grünen Tal und in der so genannten Aschbergkurve auf der Bundesstraße 104 zwischen Schelfwerder und dem Beginn des Paulsdamms diskutieren die Fachleute Möglichkeiten. "Dabei schließen wir eine dritte Rotlicht-Überwachungsanlage allerdings aus", sagt Kaufmann. "Eine solche kostet mehr als 50 000 Euro." Dem würde ein umfangreiches Prüfverfahren vorausgehen. Zunächst muss die defekte Anlage an der Ludwigsluster Chaussee ersetzt werden, die vermutlich durch Arbeiten an der Fahrbahndecke kaputt gegangen war.

Obgleich der hohen Anzahl an Rotlicht-Sündern kracht es weiterhin am häufigsten auf den Parkplätzen der Landeshauptstadt. "Am meisten Blechschäden verzeichnen wir auf dem Parkdeck des Schlosspark-Centers", sagt Dr. Bernd-Rolf Smerdka, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement.

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