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Raserei auf Friedensacker : Schwerins Friedhöfe nach USA-Modell?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zulassung von Autoverkehr spaltet Gemüter – Unterschiede zwischen Städten

von
erstellt am 28.Mai.2015 | 08:00 Uhr

Die SVZ-Debatte um den Autoverkehr auf den Schweriner Friedhöfen spaltet die Gemüter. Die einen fühlen sich von den Fahrzeugen gestört oder gar belästigt, andere verweisen darauf, dass die Wege für Gehbehinderte zu weit seien und schließlich gibt es Kritiker, die hinter den steigenden Gebühren für Ausnahmegenehmigungen zum Befahren neue Abzocke durch die Stadt vermuten.

Beim Blick über den Tellerrand offenbaren sich indes erhebliche Unterschiede im Umgang mit der Problematik. In den USA ist es völlig selbstverständlich, dass Autos auf den Friedhöfen fahren, in vielen europäischen Großstädten wie Paris, Brüssel, Madrid oder Jerusalem jedoch absolut undenkbar. Der größte Friedhof von Paris, der Cimetière du Père-Lachaise, beispielsweise gehört zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt und steht unter strengem Schutz. Dort sind nicht einmal Fahrradfahrer zugelassen. Deutschlands größter Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf dagegen kann mit dem Auto befahren werden.

Und wie sieht es in Mecklenburg-Vorpommern aus? Beim Vergleich mit den anderen beiden großen Städten hat Schwerin die lockersten Ausnahmeregelungen. Während es in den entsprechenden Satzungen von Rostock und Neubrandenburg fast gleichlautend heißt „Auf den Friedhöfen ist insbesondere nicht gestattet, die Wege mit Fahrzeugen aller Art zu befahren, ausgenommen sind Fahrräder. Die Bevorrechtigung der Fußgänger ist zu beachten“, gibt es in der Schweriner Satzung sogleich einen Zusatz in Paragraf 5: „Die Friedhofsverwaltung kann von den Bestimmungen in Absatz 2 Ausnahmen zulassen, soweit sie mit dem Zweck der Friedhöfe vereinbar sind.“

SVZ-Leser fühlen sich genervt, weil immer mehr Autos zwischen den Grabstellen in Schwerin umherfahren:

Posted by Zeitung für die Landeshauptstadt - News aus Schwerin & Umgebung on Dienstag, 26. Mai 2015

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