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Dauerbaustelle am Pfaffenteich : Schwerins älteste Baustelle bald fertig?

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2007 haben die Arbeiten für das Regenüberlaufbecken am Pfaffenteich begonnen. Seit mehr als einem Jahr jedoch ruhen die Arbeiten der Bauleute - stattdessen sind die Juristen tätig. Nun soll im August alles fertig sein.

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erstellt am 19.Dez.2012 | 07:48 Uhr

Altstadt | Erst wenn das Regenüberlaufbecken am Nordufer des Pfaffenteichs gebaut und die unterirdische Sanierung der Alexandrinenstraße komplett fertig ist, befindet sich das altstädtische Kanalisationssystem auf modernem Stand. Und so soll es dann funktionieren: Das gesamte Regen- und Abwasser eines Areals, das vom Klinikum über Friesensportplatz und Bahnhofsgelände bis hin zum Obotritenring reicht, läuft dank eines natürlichen Gefälles über die unterirdischen Kanäle künftig nicht mehr bei Starkregen in Ziegelsee oder Pfaffenteich, sondern dank des einmal fertig gestellten Regenüberlaufbeckens gezielt zum ehemaligen Klärwerk Bornhövedstraße - dem tiefsten Punkt der Landeshauptstadt - ehe es von dort zur Kläranlage nach Süd gepumpt wird. "Wir senken dann damit allein die Belastung des Ziegelsees um 41 Prozent", sagt Lutz Nieke stolz, Werkleiter der Schweriner Abwasserentsorgung (SAE). Rund 3,5 Millionen Euro investiert die SAE dafür.

Doch dieser Zukunft steht bislang die Dauerbaustelle des künftigen Regenüberlaufhaltebeckens zwischen Pfaffenteich und Ziegelinnensee entgegen. Seit mehr als einem Jahr ruhen die Arbeiten der Bauleute und arbeiten stattdessen die Juristen von Baufirmen und Stadt. Die Baugrube, die noch nicht einmal die künftige Wanne enthält, in der sich der Regen sammeln soll, steht unter Wasser. Und so kam das: Anfang 2007 hatte eine Baufirma nach vorheriger Ausschreibung der SAE den Zuschlag für den ersten Bauabschnitt erhalten. Die eine Hälfte der Baugrube für das neue Regenüberlaufbecken wurde ausgehoben, der Wasserzulauf unterirdisch gelegt - von der Alexandrinenstraße aus, kurz vor der Aubachbrücke. Ende 2008 waren die Aufträge abgearbeitet. Die durch Spundwände gesicherte Baugrube und die bereits mit Unterwasserbeton gegossene Grundplatte wurde mit einem Erde-Kies-Gemisch zugekippt. Die Baustelle war bereit zum Überwintern.

Nach der Ausschreibung des zweiten Bauabschnittes belegte die Firma, die die Arbeiten begonnen hatte, nur den zweiten Platz. Die SAE war gezwungen, das günstigere Angebot zu nehmen und an eine neue Firma den Auftrag zu vergeben. Nach einigen Problemen mit dem Baugrund begannen die Bauleute ihre Arbeit im Frühjahr 2010. Sie mussten den zweiten, größeren Teil der Baugrube ausheben und den unterirdischen Zulauf vom Bürgermeister-Bade-Platz aus verlegen. Auch der Notüberlauf zum Ziegelsee und der Anschluss an die Pumpleitung waren zu bauen. Doch als für den Einbau der Wanne die Mittelwand heraus musste, die die Gruben der beiden Bauabschnitte trennt, trat Wasser ein. Im Herbst 2010 war ein Weiterbau unmöglich. Was folgte, war ein langer Rechtsstreit. "Der wird uns wohl noch ein, zwei Jahr beschäftigen", vermutet Nieke.

Inzwischen wurde ein so genanntes Beweissicherungsverfahren fertig gestellt. Auch der Auftrag für die notwendigen Reparaturen und die Fortführung der Arbeiten ist vergeben - an die Firma Matthäi, die zuletzt den Marienplatz neu gestaltet hat. Abhängig vom Wetter will das Unternehmen schnell beginnen, spätestens im März. "Im August wollen wir dann endlich fertig sein", sagt Nieke. Dann wären mehr als sechs Jahre vergangen an Schwerins ältester Baustelle.

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