zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

26. September 2017 | 16:40 Uhr

Hartz IV : Schwerinern droht hohes Armutsrisiko

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

DGB: Mindestlohn entlastet die Stadtkasse um Millionen

von
erstellt am 05.Mai.2014 | 23:40 Uhr

Die Beschäftigten in der Landeshauptstadt haben nach einer Erhebung des DGB ein überdurchschnittliches Verarmungsrisiko. Allein für jene Beschäftigten in Schwerin, die trotz eines sozialversicherten Jobs von ihrer Arbeit allein nicht leben können, mussten nach Gewerkschaftsberechnungen 8,69 Millionen Euro im Jahr an Hartz-IV-Leistungen gezahlt werden. Davon entfielen allein auf die Mietzahlungen für Hartz IV-Beschäftigte gut 5,18 Millionen Euro, die großteils kommunal finanziert werden mussten. „Die Armut von Beschäftigten verzerrt den Arbeitsmarkt und kommt uns alle als Steuerzahler teuer zu stehen“, so DGB-Regionalvorsitzender Thomas Fröde.

Der geplante Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde komme nicht nur vielen Geringverdienern zu Gute, sondern entlaste zugleich auch den Haushalt in Schwerin und auch den des Bundes. Im Sommer vergangenen Jahres wurden in Schwerin 1502 Beschäftigte gezählt, die ergänzend Hartz-IV-Leistungen erhielten. Im Vergleich zu 2012 hat sich ihre Zahl um 97 Beschäftigte erhöht. Nicht berücksichtigt ist dabei die so genannte Dunkelziffer erwerbstätiger Armer, die aus Scham oder Unwissenheit auf ihnen zustehende Hartz-IV-Leistungen verzichten.

Das Hartz-IV-Risiko aller sozialversichert Beschäftigten in Schwerin liegt bei 4,58 Prozent und damit höher als im Bundesschnitt (2,0 Prozent). Insbesondere Niedriglöhne und die teilweise hohen Mietkosten sind aus gewerkschaftlicher Sicht die wesentlichen Ursachen dafür, dass Beschäftigte in Schwerin überdurchschnittlich auf Hartz IV angewiesen sind. Aber auch das besonders hohe Verarmungsrisiko in einzelnen Branchen begünstige dies. So ist das Hartz-IV-Risiko im Reinigungsgewerbe bundesweit etwa sechsmal höher als in allen Branchen. Im Gastgewerbe sowie der Leiharbeit ist das Hartz-IV-Risiko etwa drei Mal höher als in der Wirtschaft insgesamt.

„Gerade dort, wo Arbeitslosigkeit sowie Armut trotz Arbeit am größten sind, werden Städte finanziell in besonderer Weise betroffen. Der jetzt geplante Mindestlohn wird Schwerin bei den Hartz-IV-Ausgaben spürbar entlasten. Zudem sind deutliche Mehreinnahmen bei der Einkommenssteuer sowie den Sozialbeiträgen zu erwarten“, so Thomas Fröde. Er kritisiert aber auch den vorliegenden Gesetzentwurf. Die vorgesehenen Ausnahmen für junge Menschen und Langzeitarbeitslosen seien willkürlich und diskriminierend.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen