Rafting-Tour in den Tod : Schwerinerin in der Türkei gefunden

<strong>Der Friseursalon</strong> in Wittenförden, in dem  Kerstin K. arbeitete <foto>mara</foto>
Der Friseursalon in Wittenförden, in dem Kerstin K. arbeitete mara

Fast zwei Wochen nach dem Unglück bei einer Wildwassertour in der Türkei haben Suchmannschaften die Leiche der vermissten Urlauberin aus Schwerin gefunden.

svz.de von
16. Juli 2012, 10:08 Uhr

Schwerin | Fast zwei Wochen hatten die Familie, Freunde und Bekannte auf ein Wunder gehofft. Doch jetzt sind die schlimmsten Befürchtungen wohl zur Gewissheit geworden. Die Schwerinerin Kerstin K. ist vermutlich tot, verunglückt am 4. Juli beim Wildwasser-Rafting im Urlaub in der Türkei. Suchmannschaften fanden die Leiche einer Frau etwa vier Kilometer von der Unglückstelle entfernt. Die Tote werde nun in der Gerichtsmedizin in Antalya untersucht, sagte gestern Deniz Yildirim, die Anwältin der Familie der Verunglückten.

Die 50-Jährige war in Schwerin bekannt, als Miteigentümerin leitete sie viele Jahre einen Friseursalon in der Innenstadt. Später war sie Inhaberin des Salons "KK Friseure" in Wittenförden bei Schwerin.

Zusammen mit der 30-jährigen Tochter Kati und dem 17-jährigen Sohn Marvin verbrachte sie in diesem Jahr ihren Sommerurlaub in Alanya an der türkischen Rivera. Für den 4. Juli hatten sie über den Reiseveranstalter eine Rafting-Tour bei einem lokalen Anbieter gebucht. Doch der sportliche Ausflug auf dem Alara-Fluss wurde zur tödlichen Falle.

Vor einem Wasserfall, der wegen der starken Strömung nicht passiert werden sollte, ist es den Veranstaltern der Abenteuerfahrt nicht gelungen, das große Schlauchboot mit einer Wurfleine ans Ufer zu ziehen. Es geriet in die Stromschnellen und kenterte. Die anderen sieben Passagiere überlebten das Unglück, doch Kerstin K. tauchte nicht wieder auf. Die Tochter Kati berichtete später, wie sie sich und ihren Bruder mit einem Paddel ans Ufer retten konnte. Die Schwimmweste und der Helm, die die Mutter zuvor noch getragen hatte, trieben am Ufer vorbei. Von Kerstin K. war nichts zu sehen.

Die Familie und die Anwältin haben schwere Vorwürfe gegen den Veranstalter erhoben. "Der Fluss war nicht als Raftingstrecke freigegeben, weil es zu gefährlich ist", sagte Yildirim gestern. Es gebe dort kein Mobilfunknetz. An gefährlichen Stellen seien keine Retter positioniert gewesen. "Wir gehen deswegen von bewusster Fahrlässigkeit aus", sagte die Anwältin. Ausgebildete Taucher sollen erst drei Tage nach dem tragischen Ereignis mit der Suche nach der verunglückten Frau begonnen haben.

Der Ehemann von Kerstin K. war von Deutschland aus mit einem Kamerateam von Sat.1 zum Unglücksort geflogen. Er hatte kaum noch Hoffnung: "Es ist schlimm, aber wenn meine Frau gefunden wird, haben wir wenigstens Gewissheit."

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