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Tierpark fehlen Besucher und Einnahmen : Schweriner Zoo rutscht in rote Zahlen

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Schnee beim Saison-Auftakt zu Ostern, drückende Hitze in den Sommermonaten - Zoo-Wetter sieht anders aus. Im Schweriner Tierpark läuten deshalb jetzt die Alarmglocken. Die geplanten Besucherzahlen wurden nicht erreicht.

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 08:08 Uhr

Zippendorf | Schnee beim Saison-Auftakt zu Ostern, drückende Hitze in den Sommermonaten - Zoo-Wetter sieht anders aus. Im Schweriner Tierpark läuten deshalb jetzt die Alarmglocken. "Wir haben unsere geplanten Besucherzahlen nicht erreicht", räumt Direktorin Dr. Monika Häfner unumwunden ein. Die Konsequenzen sind ernst: Dem Zoo fehlt Geld in der Kasse - erheb liches Geld. Von einem fünfstelligen Fehlbetrag spricht die Direktorin. Nach SVZ-Informationen könnte die Summe sogar noch höher sein. Mit arbeiter befürchten bereits Lohnkürzungen.

Von Januar bis Juli zählte der Zoo rund 9000 zahlende Gäste weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. "Und im Jahr 2012 mussten wir bereits einen Besucherverlust verkraften", berichtet Häfner. Wie soll es weitergehen? Gehaltsabzüge werde es nicht geben, versichert die Direktorin. "Soweit ist es noch nicht." Auch an der Versorgung der Tiere solle nicht gespart werden. Gekürzt werde aber beim Budget für die Werterhaltung, so Häfner. Auf den Prüfstand kämen ebenfalls die Ausgaben für die Energieversorgung. Um die Einnahmesituation zu verbessern, sollen möglicherweise bereits von Oktober an bisher gewährte Ermäßigungen auf Eintrittskarten wegfallen, kündigt die Direktorin an.

Wichtige Zoo-Projekte wie etwa das Baumhaus stehen nach Angaben von Häfner nicht in Frage. "Das Baumhaus ist durchfinanziert", betont die Direktorin. Mit rund 620 000 Euro fördere das Land das insgesamt 690 000 Euro teure Vorhaben, der Eigenanteil werde mit Hilfe von Sponsoren aufgebracht. Allerdings: In der ursprünglichen Pla nung des Zoos sollten im Sommer bereits die ersten Übernachtungsgäste ins Baumhaus auf der Südamerika-An lage einziehen, zu dem auch ein bar rierefreier Forscherpfad gehört, der in den ersten Stock des benach barten Humboldt hauses führt.

Nun soll das Baumhaus aber erst im Oktober fertig werden, wie es beim Spatenstich hieß, der erst Anfang dieses Monats erfolgte. Probleme mit der Statik hätten das Projekt verzögert, erklärt die Direktorin. Ärgerlich für den Zoo: Dringend benötigte Einnahmen aus den Übernachtungen blieben vorerst auf der Strecke.

Die gegenwärtige finanzielle Situation des Zoo sei angespannt, aber nicht bedrohlich, versucht Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow in ihrer Rolle als Gesellschafterin des Tierparks zu beruhigen. "Wenn zum traditionellen Saisonauftakt im Zoo am Osterwochenende mehr Schnee liegt als zu Weihnachten, dann führt das naturgemäß zu Besucherverlusten, die sich im Jahresverlauf nur schwer aufholen lassen." Richtig sei also, dass die Besucher zahlen derzeit nicht den Planungen entspre chen und es daher wegen feh lender Einnahmen ein Liquiditätsproblem gibt. "Dieses Problem überbrücke n wir mit einer verstär kten Inanspruchnahme des Dispokredits und prüfen gleichzeitig alle kurzfristig realisierbaren Einsparmöglichkeiten", so Gramkow. An eine Erhöhung des städtischen Zuschusses über den derzeitigen Betrag von 970 000 Euro hinaus sei nicht gedacht.

Direktorin Häfner setzt darauf, dass die Schweriner in den noch verbleibenden Monaten bis zum Jah resende ihr Herz für den Zoo entdecken. Wenn jeder Landeshauptstädter noch einmal in den Tierpa rk komme, dann könnten die Einbuße n im laufenden Jahr vielleicht noch aufgefangen werden, sagt sie. Der Zoo biete täglich Schaufütterungen, an den Wochenenden gäbe es spezielle Veranstaltungen, so Häfner. "Wir haben Spiel plätze und einen Streichelzoo. Man kann den ganzen Tag verweilen."

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