Ab in den Frühling : Schweriner Zoo erwacht aus Winterschlaf

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Gedränge im Streichelgehege: Ziegen unbeeindruckt von Minusgraden. Klawitter(3)

Die Tiere des Schweriner Zoos haben ausgeschlafen. Der Tierpark feierte das Ereignis mit einem Fest für alle tierischen Schlafmützen und bewies, dass es auch im Frühjahr einiges im Zoo zu entdecken gibt.

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25. März 2013, 11:20 Uhr

Ostorf | Claudia und Vica, die schwergewichtigen Braunbären des Schweriner Zoos, haben ausgeschlafen. Sie verließen am Sonnabend ihr Winterlager und zeigten sich erstmals in diesem Jahr den Besuchern. Der Tierpark feierte das Ereignis mit einem Fest für alle tierischen Schlafmützen und bewies, dass es auch im Frühjahr einiges im Zoo zu entdecken gibt. Mitarbeiterin Katrin Otterbeck-Meyer führte durch die Anlage, erzählte spannende Geschichten zu den jeweiligen Tieren und erklärte den Unterschied zwischen Winterschlaf und Winterruhe. Wer gut aufpasste, konnte in einem anschließenden Quiz tierische Preise gewinnen.

Die Bärendamen Claudia und Nica beispielsweise halten Winterruhe. Dick eingemummelt in Strohbetten und mit Fußbodenheizung verbrachten sie die Zeit seit November im Haus. "Für unsere Tiere ist uns nichts zu schade", erklärte Otterbeck-Meyer. Dabei verschliefen sie nicht die ganze kalte Jahreszeit. Ab und zu wachten sie auf, meist um etwas zu trinken. Nahrung nahmen sie nur wenig zu sich. Vielmehr zerrten sie von ihren Fettreserven, die sie sich über die Sommermonate angefressen hatten. Die sind auch nötig. Denn ein Bär verliert während der Winterruhe knapp ein Viertel seines Körpergewichts. Claudia speckte rund 50 Kilogramm ab. Im Herbst brachte sie noch 200 Kilogramm auf die Waage.

Am Sonnabend hieß es nun: Raus aus den Betten. Zur Begrüßung gab es Weißbrot mit Honig, zwei Paprika, ein paar Tomaten und am Abend ein kleines Stück Fleisch. Mehr schafften die bärigen Damen noch nicht, da sie sich langsam wieder an die Nahrungsaufnahme gewöhnen müssen.

Die Präriehunde hatten da einen größeren Appetit. Schon vor einigen Tagen waren sie aus ihrem Winterquartier gezogen und bevölkern seither die Zoowiese. Die Waschbären dagegen, die ebenfalls Winterruhe halten, schlummern weiter in ihrem Bau.Ein Nickerchen machen auch weiterhin die Igel. Wenn draußen die Temperaturen sinken, fällt bei ihnen, wie bei anderen Winterschläfern, die Körpertemperatur. Die Atmung verlangsamt sich genau wie der Herzschlag. So pumpt ein Igelherz derzeit nur knapp achtmal die Minute. In der warmen Saison sind es 180 Schläge.

Mutig waren die Flamingos. Trotz eisiger Temperaturen trauten sie sich raus auf die verschneite Wiese. Wenn auch nur kurz. Die bis zu 1,45 Meter großen und vier Kilogramm schweren Vögel standen dann doch lieber in ihrem warmen Stübchen mit Swimming-Pool.

Tiger und Wölfe zeigten sich hingegen unbeeindruckt von der Kälte. Dank ihres dicken Winterfells zogen sie auch im Schnee in ihrem Gehege umher. Ähnlich sah es bei den Fischottern aus, die nichts davon abhielt, in den teils zugefrorenen Teich zu springen, um an ihre Lieblingsspeise Fisch zu gelangen.

Die Humboldt-Pinguine taten sich indessen schwer mit den tiefen Temperaturen. "Das sind Südamerikaner. Sie mögen es eher wärmer", erklärte Otterbeck-Meyer. Und weil sie den Frost nicht gewohnt sind, müssen die Revierpfleger darauf achten, dass sie nicht mit den Füßen am Boden festfrieren oder ihre Flügelspitzen abfrieren, so die Zoo-Mitarbeiterin weiter.

Diese und weitere wissenswerte Fakten waren dann auch Bestandteil einer Rallye, in der die jüngsten Besucher ihre Kenntnisse über die Winterschläfer beweisen konnten. Dazu gab es Stockbrot, frisch gebacken im Feuerkorb. Den Hauptpreis, ein kuscheliger Plüschbär, gewann die Schwerinerin Ann-Kathrin Stein. Die Neunjährige war mit ihren Eltern Ramona und Ralf-Uwe in den Zoo gekommen. "Wir sind sehr häufig hier. Eigentlich immer, wenn solche Veranstaltungen sind. Aber auch zwischendurch. Die Mitarbeiter geben sich sehr viel Mühe", lobte Ramona Stein. Der Plüschbär soll einen Platz auf Ann-Kathrins Bett erhalten. Nur ein Name fehlt noch. Wie wäre es mit Claudia oder Vica?

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