Schweriner wollen keine Hundwiese

<strong>Hunde-Dame Emmi fühlt sich im Grünen wohl: </strong>Eine speziell für Hunde ausgewiesene Wiese wird es in Schwerin nach Ablehnung durch die Stadtpolitik nicht geben. <fotos>Foto: Kawi</fotos>
Hunde-Dame Emmi fühlt sich im Grünen wohl: Eine speziell für Hunde ausgewiesene Wiese wird es in Schwerin nach Ablehnung durch die Stadtpolitik nicht geben. Foto: Kawi

svz.de von
29. Juni 2012, 07:49 Uhr

Schwerin | Fast 3000 Hunde sind in der Landeshauptstadt gemeldet. Wohin mit den Hunden in Schwerin? Im Stadtgebiet herrscht Leinenzwang. Hundebesitzer fühlen sich gegängelt, während andere Schweriner über die Vierbeiner und ihre Hinterlassenschaften schimpfen. Eine öffentliche Hundewiese könnte eine Lösung sein. Die Linksfraktion in der Stadtvertretung hatte deshalb bereits Anfang 2009 gefordert, dass die Stadt eine entsprechende Fläche ausweist und diese in Zusammenarbeit mit Hundevereinen und dem Tierschutzbund nutzbar macht. Dadurch erhofften sie sich auch einen Rückgang des Hundekots auf öffentlichen Straßen und Plätzen. Die Verwaltung hatte daraufhin vergeblich eine Reihe möglicher Standorte geprüft. Dabei seien Interessen der Hundebesitzer, aber auch der Anwohner beachtet worden - auch hinsichtlich der Geruchs- und Lärmbelästigung (SVZ berichtete).

Deshalb gab es schnell Initiativen, bei der Suche nach geeigneten Flächen für eine Hundewiese auch Privateigentümer mit einzubeziehen. Die Stadtfraktion der Unabhängigen Bürger hatte in diesem Jahr einen entsprechenden Antrag in die politischen Gremien eingebracht, der zum Ziel hatte, dass die Oberbürgermeisterin nach der Sommerpause Vorschläge in der Stadtvertretung einreicht. Rolf Steinmüller von den Unabhängigen: "Wir wollten das Thema Hundewiesen unabhängig vom Leinenzwang in der Stadt diskutieren. Es ging uns allgemein um Freilaufflächen für Hunde. Wir dachten, dass auch einige Eigentümer Flächen anbieten würden." Doch die Initiative wurde ausgebremst.

Eine knappe Mehrheit der Schweriner Kommunalpolitiker hat den Antrag der Unabhängigen Bürger auf der jüngsten Beratung abgelehnt. 19 Stadtvertreter stimmten dagegen, fünf enthielten sich, nur 16 waren für die Ausweisung einer Hundewiese.

"Für uns ist diese ablehnende Haltung absolut unverständlich, denn die Tiere müssen im Stadtgebiet auch Platz zum Auslaufen haben. Wenn man also den Leinenzwang verschärft, muss man gleichzeitig Freilaufflächen anbieten. Anderenfalls wird man keine Akzeptanz bei den Hundehaltern für die neue Regelung finden und Verstöße gegen die Hundeverordnung sind vorprogrammiert", so Fraktionsvorsitzender Silvio Horn. UB-Stadtvertreter Steinmüller ergänzte, dass die Initiative der Unabhängigen zurückgeht auf Forderungen aus den Ortsbeiräten. Vielfach war von dort im Vorfeld der Verschärfung des Leinenzwanges der Ruf nach Hundewiesen laut geworden. "Zu Recht, denn zur artgerechten Hundehaltung gehört auch, dem Hund Freilauf zu verschaffen. Auch deswegen verstehen wir die Ablehnung unseres Anliegens nicht", so Steinmüller. "Wir hatten vielmehr deutlichen Rückenwind dafür erwartet, dass die Verwaltung endlich aktiv wird und gegenüber der Stadtvertretung nicht weiter behauptet, es gäbe im gesamten Stadtgebiet keine geeigneten Flächen. Dies ist für uns inakzeptabel."

Doch offenkundig haben die Stadtvertreter Rückendeckung der Schweriner. Bei einer Online-Umfrage unserer Zeitung sprach sich nur knapp jeder Dritte für die Ausweisung einer Hundewiese aus. 69 Prozent der knapp 300 Umfrage-Teilnehmer teilen die Auffassung der Stadtvertreter-Mehrheit: Eine Hundewiese ist nicht nötig.

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