Gelebte Demokratie : Schweriner Verein ganz vorn dabei

Große Ehre: Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (l.) zeichnete gestern Heiko Lietz und Hanne Luhdo vom Schweriner Verein „Die Platte lebt“ aus.
Große Ehre: Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (l.) zeichnete gestern Heiko Lietz und Hanne Luhdo vom Schweriner Verein „Die Platte lebt“ aus.

Ehrung für Demokatiefest: „Die Platte lebt“ wurde mit dem bundesweiten Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ ausgezeichnet

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14. April 2015, 22:00 Uhr

Politische Thesen reichen nicht aus, um Demokratie zu schaffen, erklärt Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider. Umso wichtiger sei es, Rückhalt aus der Bevölkerung zu bekommen. Und genau diesen Rückhalt gibt es in verschiedenen Formen schon seit Jahren. Sieben Projekte sind jetzt als Preisträger im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2014“ ausgezeichnet worden. Darunter auch der Verein „Die Platte lebt“ aus der Landeshauptstadt sowie ein Projekt von Schülern der Europaschule Rövershagen bei Rostock. Gestern wurden die Projekte und Teilnehmer bei einem Empfang im Schweriner Schloss geehrt.

Heiko Lietz und Hanne Luhdo nahmen den Preis für „Die Platte lebt“ entgegen – stellvertretend für die vielen Schweriner, die das Demokratiefest im vergangenen Mai auf dem Keplerplatz zu einem Erfolg gemacht hatten. Für dieses Fest im Mueßer Holz, das zwei Tage vor der Kommunalwahl stattfand, hatte der Verein gemeinsam mit dem Aktionsbündnis für ein friedliches und weltoffenes Schwerin alle demokratischen Parteien sowie Vereine, Verbände und Kirchen mobilisiert, um gemeinsam mit den Bürgern der Stadt, mit Einheimischen, Migranten und Flüchtlingen den „Tag des Grundgesetzes“ zu feiern. Das taten sie nicht mit trockenen Reden, sondern mit kurzweiliger Information und kultureller Unterhaltung. Aber nicht nur für das Demokratiefest steht der Schweriner Verein „Die Platte lebt“. „Sie leisten einen großen Beitrag und schaffen ein Zusammengehörigkeitsgefühl für alle Schweriner. Sie sorgen dafür, dass das Glas nie ganz leer wird, sondern immer voller“, verteilte die Landtagspräsidentin Lorbeeren an alle Mitwirkenden. Der Schweriner Verein hat bereits mehrfach Preise für sein Wirken bekommen wie beispielsweise im vergangenen Jahr den „Regine-Hildebrandt-Preis“. Das jetzt ausgeschüttete Preisgeld von 200 Euro werde für das nächste Demokratiefest genutzt, kündigte Hanne Luhdo an. Die Vereinsvorsitzende verriet auch gleich den Termin: Am 17. Mai werde es wieder ein Demokratiefest auf dem Keplerplatz im Mueßer Holz geben.

Sehr engagiert setzen sich auch die ebenfalls ausgezeichneten Rövershagener Schüler für Demokratie im Land ein. In der Arbeitsgemeinschaft „Kriegsgräber“ haben sie Schicksale von Sinti- und Roma-Soldaten in den beiden Weltkriegen erforscht. Als Ergebnis entstanden eine Ausstellung und ein Buch. Das Buch zeigt, dass einige Sinti- und Roma-Soldaten im Zweiten Weltkrieg direkt von der Front ins KZ geschickt wurden. „Alle Projekte sind kreativ, vielfältig und nachahmbar. Man muss das Rad nicht immer neu erfinden. Es reicht aus, wenn nachhaltige Projekte geschaffen und mit Leben erfüllt werden“, betonte Dr. Gregor Rosenthal, Geschäftsführer des Bündnisses für Demokratie und Toleranz, das den Preis bereits zum 14. Mal ausgelobt hat.




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