Sorgerechtsstreit : Schweriner Vater vor Gericht in Hungerstreik

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Weil er das Sorgerecht für seinen Sohn nicht bekommt, verweigert ein Schweriner nun jegliche Nahrungsaufnahme.

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19. März 2016, 06:30 Uhr

Ein Schweriner Vater, dessen geschiedene peruanische Ehefrau den gemeinsamen, mittlerweile knapp 8-jährigen Sohn in ihre südamerikanische Heimat entführt hat (wir berichteten), ist gestern vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg in einen unbefristeten Hungerstreik getreten. Seit 10 Uhr verweigert er jegliche Nahrungsaufnahme. Am Vortag hatte das OLG dem Schweriner seinen Beschluss mitgeteilt, ihm weiterhin nicht die elterliche Sorge zuzusprechen. Diese ist aus Sicht des Vaters aber die einzige Möglichkeit, um im Zuge eines internationalen Verfahrens den Jungen nach Deutschland zurückholen zu können.

Seit Jahren kämpft der Polizeibeamte vor Gerichten darum, sein Kind aufwachsen sehen und dabei begleiten zu dürfen. Noch 2012 verbot das OLG Rostock der Kindesmutter, mit dem Sohn zu reisen, weil die Gefahr bestand, dass sie nicht wieder zurückkehren würde. Nur ein Jahr später übertrug dasselbe Gericht ihr entgegen gutachterlicher Empfehlungen die alleinige elterliche Sorge und schuf so die Voraussetzungen dafür, dass sie sich im letzten Herbst tatsächlich mit dem Kind und einem weiteren aus einer späteren Beziehung in ihre Heimat absetzte.

„Wenn überhaupt, sehe ich den Jungen vielleicht mit der Volljährigkeit wieder“, so der Vater. „Als Kriminalhauptkommissar trifft mich das natürlich doppelt hart. Ich diene schließlich seit mehr als 25 Jahren diesem Staat.“ Mittlerweile habe er sein Vertrauen in die rechtsstaatlich agierende Justiz jedoch gänzlich verloren.

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