Maik Romanski betreut seit 20 Jahren die fahrende Manege : Schweriner steigt Roncalli aufs Zelt

<fettakgl>Maik Romanski ist als Zeltmeister bei Roncalli </fettakgl>auch für die Dachbeleuchtung zuständig.
1 von 2
Maik Romanski ist als Zeltmeister bei Roncalli auch für die Dachbeleuchtung zuständig.

Maik Romanski ist Zeltmeister und für die Zeit der Schlossfestspiele für das Zelt und die 13 Meter hohe Roncalli-Manege verantwortlich. Ein Job, den er diesmal besonders gern macht, denn er ist in Schwerin geboren.

svz.de von
27. Juni 2012, 10:47 Uhr

Altstadt | "Zehn Quadratmeter - das reicht für einen allein", sagt Maik Romanski, während er aus seinem Wohnwagen klettert, der mitten auf dem Alten Garten steht. Er hat sein rollendes Domizil direkt neben dem Roncalli-Zelt abgestellt. "Außerdem habe ich ja noch mein großes Arbeitszimmer, das hat mehr als 600 Quadratmeter", fügt der 42-Jährige schmunzelnd hinzu und zeigt auf das große Chapiteau neben sich. Denn Maik Romanski ist Zeltmeister und für die Zeit der Schweriner Schlossfestspiele für das 36 Meter durchmessende Zelt und die 13 Meter hohe Roncalli-Manege verantwortlich. Ein Job, den er diesmal besonders gern macht, denn er ist in Schwerin geboren.

Maik Romanski geht mittlerweile schon seit 19 Jahren mit dem fahrenden Volk auf Reisen, ist aber arbeitsmäßig das erste Mal in seiner Geburtsstadt. "Aufgewachsen bin ich in Schlagsdorf und habe beim Hoch- und Tiefbau Gadebusch gelernt. Damals war ich oft in Schwerin auf Montage. Seither hat sich die Stadt aber enorm verändert. Einige Häuser, an denen ich damals gearbeitet habe, gibt es heute gar nicht mehr, andere sind kaum wiederzuerkennen, so chic sind sie geworden", sagt er.

Gleich nach der Wende erfüllte er sich einen Traum, mal mit einem Zirkus auf Reisen zu gehen. Bei Roncalli fand er das Passende. Aus den geplanten zwei, drei Jahren wurden 15, in denen er ständig auf Achse war. Doch dann kam Familie. "Da habe ich mich selbstständig gemacht und erledige als Freiberufler Auftragsarbeiten wie jetzt hier in Schwerin für Roncalli. Ansonsten habe ich einen festen Wohnsitz in Berlin, habe Frau und Kinder", erzählt der Zeltmeister.

Den verantwortungsvollen Job in Schwerin hat er gern übernommen, schließlich kennt er sich aus mit der "Leinwandvilla", die in Wirklichkeit aus beschichtetem PVC-Gewebe besteht. "Die Bedingungen hier sind erstklassig. Durch den Asphalt, der extra für die Schlossfestspiele auf den Alten Garten aufgebracht wurde, haben die gut 200 Zeltanker, die vier stählernen Hauptmasten und die zwölf gegabelten Sturmstangen ausgezeichnet Halt. Das hat sich jüngst bei dem Sturm bewährt. Außerdem bleibt alles staubfrei", sagt Romanski.

Zusätzliche Arbeit hat der starke Wind dem Zeltmeister allerdings doch beschert. Neben Extra-Inspektionen an allen Seilen und Ankern vor und nach dem Sturm musste der 42-Jährige schließlich auch noch auf das Roncalli-Dach, da an der Festbeleuchtung mehrere Glühlampen ausgefallen waren, die gewechselt werden sollten. "Kein Problem", kommentiert der Spezialist, "ich bin schon oft da oben gewesen. Das Dach hält selbst ein Schwergewicht wie mich aus", sagt er lachend. Dann packt er seinen Rucksack. Ersatzbirnen, Werkzeug, Putzlappen - alles was benötigt werden könnte, kommt mit. Denn etwas beschwerlich und aufwändig ist der Dachgang dann doch. Für die erste Etappe nimmt er eine Leiter zu Hilfe, dann geht es an Sicherheitsseilen weiter bis hoch oben in die Kuppel.

Am besten an seiner temporären Arbeit in Schwerin gefällt im neben der exponierten Wohnlage und den Heimatgefühlen das Betriebsklima bei den Schlossfestspielen. "Hier sind alle wie eine große Familie: Sänger, Musiker, Artisten, Techniker. Das passt. So macht Arbeiten Spaß und das Ergebnis ist super", sagt er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen