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Atlantiksegler auf der Kolumbus-Route : Schweriner Segler nehmen Kurs auf die Karibik

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André Kurreck und Tim Wolf leben ihren Traum: In ihrem 7,31 Meter langen Kleinkreuzer segeln die Schweriner vor Westafrika und nehmen Kurs auf die Karibik – auf den Spuren von Christoph Kolumbus.

svz.de von
erstellt am 18.Dez.2012 | 10:52 Uhr

Schwerin | Sie sind unterwegs: Kurs Süd-Süd-West, Richtung Passat segeln André Kurreck und Tim Wolf vor der Küste Westafrikas. Am Sonntag sind die beiden Schweriner von den Kanarischen Inseln aus gestartet. Ziel: Karibik. Herausforderung: Sie segeln mit einem nur 7,31 Meter langen Kleinkreuzer quer über den Atlantik - auf der Route, die vor mehr als 500 Jahren schon Christoph Kolumbus genommen hat. Erste Eindrücke aus dem Internet-Logbuch: "Der Wind hat kontinuierlich zugelegt und bläst mit einer 4 bis 5 aus Nord-West. André ist wieder etwas seekrank, aber die 3,5 Meter hohen Wellen scheinen ihm nichts auszumachen. Heute Nachmittag ist eine Baby-Wante gebrochen. Zum Glück haben wir für alle möglichen Ausfälle alles an Bord und sind schon gespannt, was als nächstes kommt", schreibt Tim Wolf.

Die beiden Männer verwirklichen jetzt einen Lebenstraum, der vor allem André Kurreck schon viele Jahre im Kopf umhergeht. Im Frühjahr wurde es ganz konkret: Die zwei rührten fleißig die Werbetrommel, gewannen Sponsoren und die Oberbürgermeisterin als ideelle Unterstützerin. Kurreck und Wolf verstehen sich auf ihrer 5000 Kilometer langen Reise auch als Schwerin-Botschafter. Im Internet kann man die Fahrt mitverfolgen, der NDR plant eine Reisereportage und das Magazin "Die Yacht" berichtet über die Schweriner und ihr großes Abenteuer. In den Kleinkreuzer passt nämlich nur das Nötigste: wasserfeste Kleidung, ein paar Bücher, Konserven, Trinkwasser, eine Rettungsinsel, Satellitentelefon und ein medizinischer Notfallkoffer. Die erste Tour - von Schwerin auf dem Landweg nach Portugal und von dort auf See nach La Graziosa - haben sie im Sommer absolviert (SVZ berichtete). Nach der Hurrican-Saison kommt nun der aufregendste Teil der Reise. "Zwischenstopp in Las Palmas, Essen bunkern, letzte Besorgungen machen und dann rauf auf den Teich", schreibt André Kurreck kurz vor der Abfahrt. "Wir freuen uns, endlich wieder unterwegs zu sein, Reisen ist doch die schönste Beschäftigung."

Aus geplanten drei wurden dann doch sieben Tage in Las Palmas. "Stress haben wir uns hier nicht gemacht: zu interessante Geschichten, hier am Treffpunkt vieler Welt- und Ozeansegler. Nach der ersten Passage auf die Kanarischen Inseln geben einige Atlantiküberquerer in spe auf. Uns kann das nicht erschüttern, wir wollen unbedingt auf die andere Seite."

Und wie wird wohl Weihnachten auf hoher See? Auf jeden Fall zweisam, hoffentlich besinnlich unter günstigen Winden, vielleicht werden die Schweriner wieder von Delfinen oder Walen begleitet wie bei ihrer ersten Überfahrt auf die Kanaren. Bestimmt ist die Seekrankheit dann auch weg. "Und vielleicht kommt ja der Petrimann", sagt André Kurreck.

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