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Regen über Regen : Schweriner See hat noch viel „Stauraum“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wasserexperten sehen trotz der starken Regenfälle derzeit keine Gefahren für Schwerin und Umgebung

Randvolle Straßengräben und Bäche, überflutete Wiesen und Felder – so präsentiert sich die Landschaft rund um Schwerin seit Tagen. Denn schon der Dauerregen vor Weihnachten brachten Wassermassen in unsere Region. Der Starkregen bei den Januar-Stürmen setzte noch ordentlich etwas drauf. Mark Sierks, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Schweriner See  /  Obere Sude (WBV), sieht aber keinen Grund zur Sorge: Die Vorfluter schaffen es immer noch, die Masse des Wassers abzuleiten. Und die Seen der Region verfügen über genügend „Stauraum“ – wie es der Experte nennt.

Allein der Schweriner See ist 61,5 Quadratkilometer groß. Dort fließt das Wasser zusammen, bevor es über Stör und Elde zur Elbe und in geringerem Maße über den Wallensteingraben zur Ostsee abgeleitet wird. Anfang Dezember herrschte sogar noch Niedrigwasser im See. Denn bis dahin hatte es im Jahr 2014 deutlich weniger geregnet als im langjährigen Jahresdurchschnitt. Im Dezember gab es dann an der Messstation Schwerin 110 Liter Niederschlag auf jeden Quadratmeter – doppelt so viel wie üblich. Inzwischen ist der „Mittelstand“ des Schweriner Sees von 37,66 Meter über Null um sieben Zentimeter überschritten. Es sind aber noch weitere sieben Zentimeter bis zum zulässigen Vollstau, erläutert Sierks. Und der soll durchaus erreicht werden: In jedem Winter wird der Schweriner See aufgefüllt, damit er den folgenden Sommer gut übersteht.

An den anderen Seen und Zuflüssen, die zum Wasser- und Bodenverband gehören, gibt es ebenfalls keine Probleme: Der Abfluss erfolgt in geregelten Bahnen und kommt bislang nicht ins Stocken. Dabei gibt es allein auf Schweriner Stadtgebiet sechs Meter Höhenunterschied zwischen den Wasseroberflächen der Seen. Nadelöhre sind der Faule See und der Pfaffenteich, in denen jeweils das Wasser aus großen Gebieten zusammenläuft – und mit Hilfe von Wehranlagen weitergeleitet wird. Der Wasserstand dort wird ständig gemessen und automatisch reguliert. Zur Not kann per Hand nachgestellt werden.

Dass dennoch nicht überall alles Wasser abläuft, ist normal. Nach den ergiebigen Regenfällen zuletzt ist zudem der Boden gesättigt, das Wasser kann nicht mehr versickern. Das ist nicht mehr zu übersehen. Gerade die Landwirte hoffen, dass sich das schnell wieder ändert. Denn wenn Wiesen und im Herbst bestellte Felder lange unter Wasser stehen, kann es zu Schäden kommen.

Nicht abfließendes Wasser kann auch Gebäuden und sogar Straßen gefährlich werden. Das war beispielsweise an der B 106 bei Lübstorf der Fall. Am im vorigen Jahr gebauten Radweg bildete sich in einer Senke eine rund 20 Meter lange und bis zu 40 Zentimeter tiefe Pfütze. Die hier zuständige Straßenmeisterei Gadebusch reagierte und ließ eine Zufahrt zum Feld „durchstechen“. Nun kann das meiste Wasser in Richtung eines Flächensickers abfließen. Das war nötig, damit es nicht in den Unterbau der Straße versickert und dort Schäden verursacht.

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