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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. Oktober 2017 | 10:05 Uhr

Kleiner Waffenschein : Schweriner rüsten auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Kleine Waffenschein hat in der Landeshauptstadt Konjunktur – im vergangenen Jahr wurden 102 Anträge bewilligt

von
erstellt am 17.Jan.2017 | 05:00 Uhr

In der Landeshauptstadt gibt es immer mehr Waffen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 102 Kleine Waffenscheine ausgestellt. Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2015 nur 11 und im Jahr 2014 nur 7.

Doch nicht jeder, der einen solchen Kleinen Waffenschein beantragt, bekommt auch einen. „In zwei Fällen musste die Stadt im vergangenen Jahr einen solchen Antrag ablehnen“, sagt Patrick Wiener von der städtischen Waffenbehörde. In beiden Fällen habe der Grund für die Ablehnung in der fehlenden Zuverlässigkeit gemäß Paragraf fünf des Waffengesetzes gelegen. Dieser Paragraf besagt, dass bei einer strafrechtlichen Verurteilung, bei Drogen- oder Alkoholsucht dieser Waffenschein nicht ausgegeben werden darf. Allerdings wurden auch diverse Anträge im vergangenen Jahr von Antragstellern wieder zurückgenommen.

Wer einen Kleinen Waffenschein beantragt, muss sich gedulden. „Die Bearbeitungszeit liegt momentan bei vier bis sechs Wochen“, so Patrick Wiener. Der Grund: Es müssen zahlreiche Auskunftsersuchen für die Zuverlässigkeitsüberprüfung an externe Behörden wie das Bundeszentralregister, die Staatsanwaltschaft, das Landeskriminalamt oder die Polizei verschickt werden.

Einen Schwerpunkt, in welchem Alter der Kleine Waffenschein beantragt wurde, gibt es nicht: In Schwerin sind die Antragsteller zwischen 18 und 80 Jahre alt.

Der Kleine Waffenschein gilt nur für so genannte erlaubnisfreie Waffen wie Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen. Diese müssen aber ein Zulassungszeichen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt haben. Der Kleine Waffenschein berechtigt zum Führen dieser Waffen in der Öffentlichkeit, also außerhalb der eigenen Wohnung, von Geschäftsräumen oder des eigenen Grundstücks etwa in der Jackentasche, in der Handtasche oder auch im Handschuhfach des Autos.

Die Erlaubnis ist bei der für den Wohnsitz zuständigen Behörde zu beantragen. Die Erlaubnis wird erteilt an Antragsteller, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, die erforderliche Zuverlässigkeit und die persönliche Eignung besitzen. Gibt es keine Ablehnungsgründe, wird der Kleine Waffenschein erteilt. Die Zuverlässigkeit wird in der Folgezeit im Abstand von drei Jahren überprüft.

Doch es gibt auch Einschränkungen. Auch wenn man einen Kleinen Waffenschein besitzt, so darf man seine Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen bei öffentlichen Veranstaltungen wie Volksfesten, Sportereignissen, Tanzveranstaltungen, Messen, Ausstellungen oder Märkte und bei öffentlichen Versammlungen nicht mitführen.

Der Kleine Waffenschein berechtigt nicht zum Schießen in der Öffentlichkeit, sondern nur zum „verdeckten Führen“, das heißt nicht sichtbar.

Wer eine Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffe in der Öffentlichkeit dabei hat, ohne im Besitz eines Kleinen Waffenscheines zu sein, begeht eine Straftat. Dafür kann es eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe geben.

Wer eine Waffe besitzt, für die ein Kleiner Waffenschein erforderlich ist, muss sie in einem verschließbaren Behälter aufbewahren. Es reicht eine Stahlkassette. Zu den Waffen gehörende Munition muss verschlossen und getrennt von den Waffen aufbewahrt werden. Die Waffenbehörde überprüft allerdings nur die Aufbewahrung von erlaubnispflichtigen Schusswaffen wie scharfe Waffen von Jägern und Sportschützen. Für die erlaubnisfreien Waffen ist das vom Gesetzgeber nicht vorgegeben.



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