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Zeitung für die Landeshauptstadt

14. Dezember 2017 | 01:50 Uhr

Zeitzeuge erzählt : Schweriner reist zur D-Day-Feier

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heinz Rosenthal erlebte als Soldat die Landung der Alliierten in der Normandie mit und bekam jetzt eine Einladung zur Gedenkfeier in Caen

von
erstellt am 04.Jun.2014 | 16:00 Uhr

Am Donnerstag fliegt Heinz Rosenthal mit seiner Frau Ingrid nach Frankreich. Die Deutsche Botschaft in Paris hat den Schweriner eingeladen, als Zeitzeuge an den offiziellen Feierlichkeiten anlässlich des 70. Jahrestages der Landung der Allierten in der Normandie, dem so genannten D-Day, teilzunehmen. Die Gedenkfeier findet in Caen/Quistreham statt.

„Ich war damals als junger Soldat in Frankreich stationiert“, erinnert sich Rosenthal. „Ich gehörte zur 3. Fallschirmjägerdivision, zur Aufklärungsabteilung 12 in der Normandie.“

Die Eröffnung der zweiten Front war mit besonders heftigen Kämpfen verbunden, bei denen Rosenthal schwer verwundet wurde, aber überlebte. In seinen Lebenserinnerungen berichtet er davon. Unter dem Titel „Vom Strohsack auf die Opernbühne“ hat er sie zusammengefasst.

Denn in seinem Leben hat Heinz Rosenthal eine Menge erlebt. Nach dem Krieg war er als Sänger am Theater in Wismar engagiert, wo er den Großbrand vom 9. Januar 1948 miterlebte, bei dem das große, alte Barocktheater bis auf die Grundmauern niederbrannte. Später sang er am Theater in Güstrow, das damals den Namen Kongresstheater trug. Rosenthal half bei der neuen Namensfindung, indem er nach Berlin schrieb und ein Foto von Barlachs „Flötenspieler“ dem Vorschlag „Ernst-Barlach-Theater“ beilegte.

Zeitzeuge war Heinz Rosenthal auch am 23. Oktober 1989, als die Protestbewegung in der DDR Schwerin erreichte und auf dem Alten Garten demonstriert wurde. Den Montagsdemonstranten gegenüber fand eine Gegenkundgebung der SED statt. Rosenthal: „Wir haben gerufen: ,Reiht euch ein!’ und: ,Stasi in die Produktion!’“ Letztlich hätten alle besonnen reagiert, erinnert er sich.

Jetzt rücken aber zunächst wieder die älteren Erinnerungen für Heinz Rosenthal in den Vordergrund. Er freut er sich sehr auf die dreitägige Reise nach Frankreich, die er mit seiner Frau Ingrid antritt.

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