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SVZ-Serie Aktion Stadtbild : Schweriner Offizierscasino wird zum Firmensitz

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Wie hat sich Schwerins Gesicht verändert? Schandflecke, Glanzstücke und Vorhaben der nahen Vergangenheit nimmt SVZ unter die Lupe. Heute: das ehemalige Offizierscasino in der Stellingstraße.

svz.de von
erstellt am 25.Feb.2013 | 10:06 Uhr

Ostorf | Wie hat sich Schwerins Gesicht in den vergangenen Jahren verändert? Schandflecke, Glanzstücke und Vorhaben der nahen Vergangenheit nimmt SVZ unter die Lupe. Heute: das ehemalige Offizierscasino in der Stel lingstraße oberhalb des Schlossgartens auf dem Artillerieberg.

"Es wird ein Konzert mit Baustellen-Charme werden", kündigte der Intendant der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Matthias von Hülsen, vor wenigen Tagen an und meinte damit die erste Veranstaltung für die Öffentlichkeit im ehemaligen Offizierscasino auf dem Artillerieberg. Denn nach mehr als 20 Jahren Leerstand und Verfall soll das denkmalgeschützte Bauwerk, das derzeit einer Ruine gleicht, bis zum 6. September, dem Tag des oben genannten Konzerts, schon wieder soweit saniert sein, dass es wieder öffentlich zugänglich ist.

Der neue Eigentümer, die Hydraulik Nord GmbH, hat bereits die ersten Maßnahmen unternommen, um das historische Gebäude retten. Da die Decke des großen Saales und der Schmuckgiebel direkt mit dem Dachstuhl verbunden sind, der einzustürzen drohte, waren aufwändige Sicherungsmaßnahmen nötig. Deshalb wurden Dachtragwerk und Saaldecke zunächst mit Stahlträgern verstärkt und die Fassade gesichert.

Als nächster Schritt wird das 113 Jahre alte Bauwerk zu einem Bürogebäude umgebaut, um es wieder in Nutzung nehmen zu können. So sollen dort insgesamt 35 Arbeitsplätze und Konferenzräume für den Verwaltungssitz der Unternehmensgruppe untergebracht werden, hatte Dr. Karl Werner, Geschäftsführer der Hydraulik Nord Unternehmensgruppe, nach dem Erwerb der Immobilie angekündigt. Zudem soll auf dem Berg etwas zurückgesetzt ein neuer, dreigeschossiger Ergänzungsbau entstehen. Mit den Planungen hat der Bauherr ein Architekten-Team unter der Leitung von Prof. Kirsten Schemel beauftragt, auf deren Grundlage eine Bauvoranfrage bei der Landeshauptstadt eingereicht worden ist.

"Diese sehr umfangreich und detailliert ausgearbeitete Bauvoranfrage ist nach intensiven Verhandlungen mit der Denkmalpflege positiv beschieden worden", sagt Dr. Günther Reinkober, Leiter des städtischen Amtes für Stadtentwicklung. "Wir sind sehr froh, dass jetzt endlich eine neue Nutzung dieses markanten Gebäudes in greifbare Nähe rückt." Er gehe davon aus, dass der Umbau zeitnah realisiert werden kann.

Mit besonderer Aufmerksamkeit sollen die Ziegelfassaden mit ihren zeit typischen Terrakotta- und Formsteinen, die schmiedeeiserne Zaunanlage und die Eisenspindeltreppe ins Belvedere des Turms denkmalgerecht saniert werden. Die neue Dachkubatur und der nördlich zurückgesetzte Neubau sollen nach den Plänen der Architekten "in einem präzisen geometrischen Dialog stehen und Hüllflächen aus golden schimmernden und reflektierenden Glas erhalten, welches ein phänomenales Oberflächenthema des Schloss daches aufnimmt".

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