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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 19:05 Uhr

Bilanz : Schweriner Musiker spielen vorn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Internationales Festival „Verfemte Musik“: Magdalena Faust und Ludwig Schulze aus der Landeshauptstadt gehören zu den Preisträgern

von
erstellt am 08.Okt.2014 | 23:32 Uhr

„Magdalena Faust und ich wohnen und musizieren in Schwerin, da ist automatisch eine Beziehung zum Festival Verfemte Musik da“, sagt Ludwig Schulze. Gemeinsam mit Joong Hyeok Choi bilden die beiden Schweriner das Trio Marie, benannt nach dem ältesten Berliner Baum, an dem sie ihr erstes Konzert gaben. Beim Festival in Schwerin holten sie den zweiten Preis und gewannen zudem einen Sonderpreis.

„Verfemte Musik passt gut in unser Repertoire, denn als Trio mit Geige, Klarinette und Klavier ist die Auswahl der Werke begrenzt, und diese spezielle Musik hält viele Entdeckungen bereit“, sagt Ludwig Schulze und nennt Hans Gal. „Von diesem jüdischen Komponisten haben wir die Meisterwerke speziell für den Interpretationswettbewerb einstudiert. Es ist eine tolle Musik. Das Festival war eine totale Bereicherung für uns“, schwärmt Schulze, der mit 28 Jahren schon Konzertmeister Zweite Geige in der Mecklenburgischen Staatskapelle ist.

Auch Festivalleiter Volker Ahmels vom Landesverband Jeunesses Musicales ist rundweg zufrieden. „Der Interpretationswettbewerb wurde in der Hauptrunde auf einem beeindruckend hohem Niveau ausgetragen. Die Preisträgerinnen und Preisträger zeichneten sich durch Professionalität und hohes musikalisches Können aus. Ich war begeistert von der hohen Qualität des eingereichten Repertoires, das die Vielfalt der verfemten Musik in einzigartiger Weise widerspiegelt“, sagt der Festivalleiter. Auch die vielen Begleitveranstaltungen seien sehr reizvoll und gut nachgefragt gewesen. „Insgesamt haben mehr als 3000 Besucher an den Konzerten, Zeitzeugengesprächen, Diskussionen, Lesungen, Theaterprojekten und Ausstellungen teilgenommen“, berichtet Ahmels. Erstmals wurde das Festival mit speziellen Veranstaltungen in Rostock, Greifswald, Wismar, Hamburg und Bremerhaven ergänzt.

Das Festival 2014 war geprägt durch die Wiederentdeckung von niederländischen Komponisten, die durch die Nationalsozialisten verfolgt, ermordet oder vertrieben wurden. Dabei standen in den Konzertveranstaltungen und im Wettbewerb der Komponist Leo Smit, der 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet wurde und Dick Kattenburg, der 1944 umkam, im Fokus. Musikalische Höhepunkte des Festival waren die Konzerte der Mecklenburgischen Staatskapelle mit der Soloflötistin Eleonore Pameijer aus Amsterdam unter der Leitung von Generalmusikdirektor Daniel Huppert und die Veranstaltung „Jazz meets Classic in den Stadtwerken“. Das nächste Festival findet 2016 statt.

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