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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. November 2017 | 19:00 Uhr

Hightech-Firma : Schweriner Mikropumpen im All

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Firma HNPM gilt als Vorzeige-Unternehmen der Hightech-Branche, hat 78 Mitarbeiter und weltweit 16 Vertriebsbüros

von
erstellt am 27.Okt.2014 | 07:45 Uhr

Den weltweiten Trend zur Miniaturisierung gestaltet ein Schweriner Unternehmen mit: die Firma HNP Mikrosysteme GmbH. Sie entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Mikro-Pumpen, die kleine und kleinste Flüssigkeitsmengen schnell und präzise dosieren. Diese so genannten Mikrozahnringpumpen kommen in Labor- und Analysegeräten, in der chemischen und pharmazeutischen Produktion, im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz.

„Viele Wertschöpfungsketten starten mit der Anwendung unserer Mikropumpen“, sagt Geschäftsführer Dr. Thomas Weisener. Und er nennt Beispiele: Für das Beschichten der Kanülen von Spritzen sind winzige Mengen Flüssigkeit erforderlich, die genau dosiert werden müssen. Bei der Analyse von Blutproben werden winzige Mengen von Chemikalien zugesetzt, die durch höchst präzise arbeitende Pumpen zugeführt werden. Und die fertigt das Schweriner Unternehmen HNP Mikrosysteme. Sie finden Verwendung bei der Analyse der Milch in den Molkereien wie bei der Beschichtung der Trägerfolien von Fernsehbildschirmen der nächsten Generation, beim Menthol-Zusatz in der Zigarettenherstellung ebenso wie bei der Regeneration von Flüssigkeiten in Weltraumstationen.

„Fast wären unsere Erzeugnisse sogar auf dem Mars gelandet“, erzählt Dr. Weisener schmunzelnd. Denn die Nasa hatte in Vorbereitung ihrer Mars-Mission auch HNP-Mikropumpen geprüft, sie dann aber wegen des Fehlens von Flüssigkeit auf dem Roten Planeten doch nicht mitgenommen.

Die Erfolgsgeschichte von HNPM begann mit einer Geschäftsidee, die die Unternehmensgründer und heutigen Gesellschafter Dr. Thomas Weisener und Dr. Gerald Vögele damals noch am Fraunhofer Institut Stuttgart entwickelten und von 1998 bis 2007 als Teil der Unternehmensgruppe Hydraulik Nord in Parchim umzusetzen begannen. Dann erfolgte eine Neuausrichtung des Unternehmens, der damalige Namensgeber schied als Gesellschafter aus, HNP Mikrosysteme wurde eine völlig eigenständige Firma, die von fünf Gesellschaftern gehalten wird. Und sie wuchs rasch.

„Uns wurde es im Parchimer Technologiezentrum zu eng. Da bot sich ein Umzug nach Schwerin an. Wir haben Mitarbeiter, die ohnehin von hier kommen und andere, die pendeln, unter anderem aus Hamburg und Rostock. Und wir wollen noch weitere Fachleute gewinnen. Da ist eine gute Verkehrsanbindung wichtig“, betont Dr. Weisener, geschäftsführender Gesellschafter von HNPM. Zudem würden viele der Ingenieure und promovierten Mitarbeiter Wert auf gute kulturelle Infrastruktur legen. Und da habe die Landeshauptstadt ja durchaus etwas zu bieten. Deshalb verlegte das Unternehmen 2013 seinen Firmensitz in die Landeshauptstadt. Am Bleicherufer 25 wurden 2000 Quadratmeter Nutzfläche gemietet. Auf zwei Etagen wird dort nun geforscht, entwickelt, montiert und verkauft. Die Räumlichkeiten seien auf Zuwachs ausgelegt, denn das Unternehmen wachse weiter. „Wir haben jetzt 78 Mitarbeiter, also bereits 25 mehr als bei unserem Umzug nach Schwerin“, berichtet Dr. Weisener.

Da die Nachfrage nach den Schweriner Mikrosystemen steigt, sucht das Unternehmen weitere Mitarbeiter, sagt Marketing-Chefin Dörte Hoffmann, unter anderem für Konstruktion und technischen Vertrieb sowie im Service und der feinwerktechnischen Montage. HNPM engagiere sich deshalb übrigens auch seit Jahren in der Weiterbildung des ingenieurtechnischen Nachwuchses. Technikbegeisterte Studenten und Schüler seien bei dem Schweriner Hersteller von hochpräzisen Mikrozahnringpumpen immer willkommen, betont Hoffmann. Um Forschung und Entwicklung weiter voranzutreiben, hat die Schweriner Hightech-Firma gerade ein Kooperationsprojekt mit der Universität Rostock auf den Weg gebracht.

„Wir sind weltweit unterwegs, haben ein Büro in Frankreich und Vertretungen in 16 Ländern von den USA bis China und Australien. In Schwerin haben wir optimale Möglichkeiten gefunden, unseren Wachstumskurs fortzusetzen“, sagt Dr. Weisener.

 


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