zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

25. November 2017 | 10:55 Uhr

Bürgersolarpark : Schweriner machen Sonne zu Geld

vom

Jeder Schweriner soll bald mittels Sonnenenergie sein Geld vermehren können. Denn Schwerin und die Stadtwerke planen einen Bürgersolarpark. Das Ganze soll wie ein "Sparbuch" funktionieren:

svz.de von
erstellt am 29.Apr.2012 | 06:36 Uhr

Schwerin | Jeder Schweriner soll bald mittels Sonnenenergie sein Geld vermehren können. Schwerin und die Stadtwerke planen einen Bürgersolarpark. Was wie ein Versprechen klingt, "funktioniert eigentlich wie ein Sparbuch", erklärt Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff. "Es soll bei einer Geldanlage von etwa 500 Euro losgehen. Wir rechnen mit etwa 3,5 Prozent Rendite pro Jahr."

Im Klartext heißt das: Die Stadtwerke planen auf einer Fläche nordöstlich der Bahnstrecke Schwerin-Rehna in Gosewinkel eine Photovoltaik-Anlage. Das Unternehmen will Schweriner als Investoren mit ins "Solarboot" holen, um das Projekt zu realisieren. Von Vorteil ist: Die Preise für Solaranlagen haben sich halbiert. Aber: Es gibt weniger Geld vom Bund für den Sonnenstrom. "Ebenso Bürger ohne Haus können so aus der Sonnenenergie Gewinn schlagen. Das funktioniert ähnlich wie bei einem Genossenschaftsmodell", so Friedersdorff. Um das Projekt so gut wie möglich zu realisieren, wollen die Stadtwerke eine Tochtergesellschaft ausgründen. "Das ist auch eine wichtige Grundlage, weil für Bürgersolarparks besondere Auflagen gelten. So vermindern die Stadtwerke den Aufwand und müssen beispielsweise nicht ihre ganzen Konzernbilanzen offen legen", erklärt Friedersdorff weiter.

Im Chefsessel der neuen "Gesellschaft für regenerative Energieprojekte Schwerin mbH" soll Rainer Beneke Platz nehmen. Er hat Erfahrung mit "sauberem" Strom, ist Geschäftsführer der "Energieversorgung Schwerin GmbH & Co. Erzeugung KG". Wie das Projekt Bürgerpark Gestalt annimmt, darüber debattieren zurzeit die Fachausschüsse, aber auch die Bürger selbst können mitreden. Für alle einsehbar soll der Bebauungsplan für die Photovoltaik-Strecke zusammen mit dem Umweltbericht ausgelegt werden. Vor allem die Lage im Landschaftsschutzgebiet "Schweriner Innensee und Ziegelaußensee" sorgte in den vergangenen Monaten für Schwierigkeiten. Jetzt wurde allerdings eine Lösung gefunden: Die Herauslösung aus dem Schutzgebiet sei in Aussicht gestellt worden und wird neben dem Bebauungsplanverfahren bearbeitet, wie es im Antrag heißt. Damit nicht genug: "Auch ist eine Ausnahmegenehmigung aus der Wasserschutzzone II der Wasserschutzgebietsverordnung Schwerin notwendig." Die notwendigen Genehmigungen seien in Arbeit.

Die Stadtwerke hatten schon vor Monaten eine Freiflächen-Solaranlage in Gosewinkel geplant. Mit einer Nennleistung von 539 Kilowatt sollte das kleine Kraftwerk 550 Haushalte mit Strom versorgen. Die bislang größte Anlage befindet sich auf der Feuerwache in der Graf-Yorck-Straße auf 304 Quadratmetern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen