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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 23:32 Uhr

Musical : Schweriner lachen in der Sonnenallee

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

DDR-Musical bringt das ausverkaufte Staatstheater zum Beben

von
erstellt am 17.Jan.2015 | 16:00 Uhr

Tosender Beifall, begeisterte Gesichter und anregende Gespräche über die Vergangenheit. So endete das Musical Sonnenallee im Staatstheater. „Es ist großartig. Ich habe die Wendezeit noch gut vor Augen, und es macht einfach Spaß, die Ereignisse ironisch zu betrachten“, erzählt der Schweriner Peter Volkmann euphorisch. Er könne sich noch gut erinnern, dass er auch heimlich Westsender geschaut und sich verbotene Musik besorgt habe. Und so gehe es sicher vielen Schwerinern.

Wie der Film „Sonnenallee“ von Leander Haußmann aus dem Jahr 1999 spielt auch die musikalische Bühnenfassung mit Klischees und Vorurteilen, beschreibt die Alltagsnöte der Jugendlichen.

Inszeniert wurde das Stück von Ralph Reichel, der den Film für die Bühne bearbeitete und musikalisch ergänzte. Mit Richard O‘Brians „Rocky Horror Show“ sowie „Hair“ hat der Regisseur bereits große Erfolge in Schwerin gefeiert. Die musikalische Leitung liegt in Händen von John R. Carlson. Mit seinen Bühnenmusikern studierte er Rockklassiker der 70er- und 80er- Jahre ein. Aber auch FDJ-Lieder begleiten die Liebes- und Leidenserlebnisse von Hauptdarsteller Michael Ehrenreich, gespielt von Christoph Bornmüller, und dessen Freunden.

Neben der Geschichte von Musterschüler Michael Ehrenreichs handelt das Stück von erster Liebe, Aufmüpfigkeit und Verrat durch den besten Freund. Das Musical glänzt durch Szenen von unberechenbarer Komik aus dem politisch unpolitischen Alltag in der DDR: Kostümierte Fluchtversuche, Schmuggel-Experimente oder das übermütige Urinieren auf den „antifaschistischen Schutzwall“ bringen das ausverkaufte Staatstheater zum Beben.

Bis zur nächsten Aufführung müssen sich Musical-Freunde allerdings noch etwas gedulden. „Sonnenallee“ kommt erst im Herbst wieder auf die Schweriner Bühne.

 

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