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Nestlé Schwerin : Schweriner Kaffee-Werk nimmt Gestalt an

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Eine der größten Industrie-Ansiedelungen der letzten Jahre im Nordosten nimmt Formen an: In Schwerin sind die Kräne auf der Baustelle für das Kaffeekapsel-Werk des Nestlé-Konzerns weithin sichtbar.

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erstellt am 23.Sep.2013 | 07:35 Uhr

Schwerin | Eine der größten Industrie-Ansiedelungen der letzten Jahre im Nordosten nimmt Formen an: In Schwerin sind die Kräne auf der Baustelle für das Kaffeekapsel-Werk des Nestlé-Konzerns weithin sichtbar. Der Schweizer Lebensmittel-Multi baut in Schwerin für 220 Millionen Euro ein Werk für Kaffeekapseln der Marke "Dolce Gusto".

Industriepark Göhrener Tannen wird immer kleiner

Schwerin Der Industriepark in den Göhrener Tannen wird immer kleiner. Von einst 350 Hektar gehen Jahr für Jahr etliche Quadratmeter verloren. Der Grund: Der angrenzende Wald weitet sich aus. Denn während die Stadt den Bewuchs auf den ihr gehörenden 60 Hektar beispielsweise durch Schafe kurz halten ließ, hat das Land auf seinen Flächen nichts dergleichen unternommen. Die Folge: Die im Bebauungsplan vor fast 13 Jahren eingezeichneten Waldränder liegen heute ganz woanders.
Entlang jeder Waldkante gibt es einen gesetzlich vorgeschriebenen Schutzstreifen von 30 Metern, der nicht bebaut werden darf. Das ist eine Versicherungsfrage, denn umstürzende Bäume könnten Schäden verursachen. Stell- oder Lagerplätze sind in Abstimmung mit der Forstverwaltung aber möglich. Wenn sich jedoch Investoren im Industriepark ansiedeln wollen, müssen sie den nur eingeschränkt nutzbaren Schutzstreifen mitkaufen. Wenn nötig darf dieser 30-Meter-Streifen aber als ökologische Ausgleichsfläche genutzt werden.
Erstes „Opfer“ des sich ausbreitenden Waldes ist die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS). Die wird im November im Industriepark mit dem Bau einer Biogasanlage beginnen. Nach dem Kauf der erforderlichen Flächen vom Land mussten die Planer der SAS feststellen, dass sie zu nah am Wald bauen wollten, weil der sich ausgebreitet hatte. „Wir haben uns aber sehr unkompliziert mit dem Finanzministerium geeinigt“, sagt SAS-Geschäftsführer Matthias Dankert. „Wir haben den Zuschnitt der Fläche etwas verändert, so dass es jetzt keine Probleme mehr gibt.“
Was ein Wald ist, ist im Landeswaldgesetz genau festgelegt. Wird der Aufwuchs an einem Waldrand nicht regelmäßig zurückgestutzt, wird die Waldfläche Quadratmeter für Quadratmeter größer. Die Bäume auf diesen Fläche wieder zu entfernen, ist nur nach einem aufwändigen und damit langwierigen Verfahren möglich, bei dem beispielsweise auch die Umweltverbände beteiligt werden müssen. Dass nun die für Gewerbeansiedlungen nutzbaren Areale im Industriepark Schwerin Jahr für Jahr kleiner werden, ist für das Land, dem fast die gesamte noch verfügbare Fläche gehört, kein Thema. Und: Es sei ziemlich egal, ob insgesamt 360 oder nur 350 Hektar im Industriepark Schwerin letztendlich genutzt werden können, heißt es auch von der Wirtschaftsförderung der Stadt.
Derzeit werden hin und wieder Gespräche mit Unternehmen geführt, die sich hier eventuell ansiedeln wollen. Dass im Industriepark aber schon bald weitere Firmen bauen, ist nicht in Sicht.

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