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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. Oktober 2017 | 13:27 Uhr

Von Schwerin nach Afrika : Schweriner hilft in Uganda

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Claus Oellerking unterstützt als Senior-Experte eine Initiative, die jungen Leuten eine berufliche Perspektive geben möchte

von
erstellt am 14.Aug.2017 | 16:00 Uhr

„In Uganda“, sagt der Schweriner Claus Oellerking, „übernehmen die ältesten Söhne die Verantwortung für ihre Familien.“ James Baluku und Yonah Matsitsi sind zwei solcher Söhne. Bei der Stadt Kasese im Südwesten Ugandas haben sie die „Rural Focus Initiative – Uganda“ (Rufi-U) ins Leben gerufen, um jungen Menschen grundlegende berufliche Fähigkeiten beizubringen, ihnen eine Perspektive in dem armen Land zu geben. Oellerking begleitet das Projekt, sammelt Spenden, war jetzt zum zweiten Mal vor Ort. Drei Wochen lang half er, Ideen zu entwickeln, Verbindungen zu knüpfen, Finanzquellen zu erschließen.

Die Ausstattung von Rufi-U ist bescheiden. Es gibt ein Büro, für das Training stehen vier Trittnähmaschinen zur Verfügung. „Das Projekt richtet sich in erster Linie an junge Frauen“, erklärt Oellerking. Sie lernten Körbe und Taschen aus Plastikteilen herzustellen und zu nähen. Zwar gäbe es staatliche Förderprogramme, doch stehe die ehrenamtliche Initiative von James Baluku und Yonah Matsitsi längst noch nicht auf eigenen Beinen, so der Ratgeber aus Deutschland.

Oellerking engagiert sich für den weltweit tätigen Senior-Experten-Service. Der ehemalige Berufsschulleiter und studierte Betriebswirt war bereits in Indonesien als Aufbauhelfer unterwegs. „Ich möchte meine Fähigkeiten und Kompetenzen gerne einsetzen, um Menschen in Asien, Afrika oder Südamerika eine Zukunft im eigenen Land zu geben“, sagt Oellerking. Während seines Aufenthalts in Uganda wohnte der Schweriner in einem einfachen Hotel, finanziert vom Förderverein des Senior-Experten-Services. Jede Minute hat er genutzt, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen. „Ich bin viel im Ort unterwegs gewesen, und natürlich habe ich auch gemeinsam mit den Einheimischen gegessen“, erzählt Oellerking. Bohnen und Bananen mit Reis oder Kartoffeln sei das Gericht, das praktisch jeden Tag auf den Tisch komme.

Schweriner kennen Claus Oellerking vor allem als Sprecher der Flüchtlingshilfe. Und so sind sein Engagement in Afrika oder anderswo in der Welt und seine Tätigkeit in der Landeshauptstadt für den 59-Jährigen auch zwei Seiten derselben Medaille. Flüchtlingen das Gefühl zu geben, dass sie in Deutschland willkommen sind, ist für ihn genauso wichtig wie die Bekämpfung der Fluchtursachen in den Herkunftsländern.

Die Situation in Uganda, das einst unter der Terrorherrschaft Idi Amins zu leiden hatte, sei noch immer schwierig, berichtet Oellerking. Als Weißer habe er sich im Südwesten des Landes nicht gefährdet gefühlt, es gäbe aber Autonomiebestrebungen in der Region, die in der Vergangenheit von der Staatsführung schon mit Militäreinsätzen und Verhaftungen beantwortet worden seien. „Unter der Oberfläche des täglichen Lebens trifft man in Gesprächen auf Angst“, sagt Oellerking. Er sei in Uganda aber auch vielen optimistischen Menschen begegnet.

Der Schweriner will wieder nach Uganda reisen, hält die Verbindung per E-Mail und WhatsApp. „Afrika ist heute nur einen Mausklick entfernt“, sagt er und wirbt um Unterstützung für die Menschen, vor deren Problemen die Europäer die Augen nicht verschließen dürften: Eine gute Berufsausbildung sei auch auf dem Schwarzen Kontinent das A und O, der Schlüssel für eine hoffnungsvolle Zukunft.

Wer Claus Oellerking bei seinem Engagement helfen möchte, erreicht ihn unter der Telefonnummer 0173/ 1552115. Am 6. September trifft sich der Senior-Experten-Service zu seiner Regionaltagung bei der Schweriner IHK.

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