Lokschuppen eingestürzt : Schweriner Eisenbahnfreunde brauchen Hilfe

Vor dem alten Lokschuppen beratschlagen die Eisenbahnfreunde, wie mit dem Schuppen im Hintergrund weiter verfahren wird.
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Vor dem alten Lokschuppen beratschlagen die Eisenbahnfreunde, wie mit dem Schuppen im Hintergrund weiter verfahren wird.

Sturm hat Teil vom Museums-Lokschuppen zerstört: Um das denkmalgeschützte Bauwerk zu retten, muss jetzt rasch gehandelt werden

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15. April 2015, 08:00 Uhr

Die Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde sind beunruhigt: Dem Schweriner Eisenbahn- und Technikmuseum auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerkes haben die Stürme der vergangenen Tage stark zugesetzt. Der älteste Bereich des denkmalgeschützten Ringlokschuppens ist teilweise eingestürzt, andere Teile des mehr als hundert Jahre alten Fachwerkbaus stehen nur noch als Stenderwerk. „Die Schuppen eins bis neun aus dem Jahr 1897 sind nicht mehr zu retten. Aber wir befürchten, dass sie beim nächsten Sturm wie im Dominoeffekt die noch verhältnismäßig gut erhaltenen neueren Teile des Komplexes, die Schuppen 10 bis 15 aus dem Jahr 1913, zum Einsturz bringen könnten. Deshalb muss jetzt dringend gehandelt werden“, sagt Frank Fischer, Vorsitzender des Trägervereins des Museums. Denn in diesen sechs „Eisenbahngaragen“ stehen noch Fahrzeuge des Museums.

Die Chancen auf Unterstützung stehen gar nicht schlecht: Die Stadtvertretung hat beschlossen, aus dem Buga-Überschuss das Museum zu unterstützen und die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin ist schon seit Jahren ein weiterer zuverlässiger Partner des Trägervereins. Dank ihrer Unterstützung konnte schon das Dach der alten Werkstatthalle der einstigen Friedrich-Franz-Bahn instand gesetzt werden.

Doch für die Sanierung des verbliebenen Lokschuppendaches und den Abriss des „abgängigen“ – also des eingestürzten – Teils werden weitere Gelder benötigt. „Wenn wir noch die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Aussicht gestellte Summe bekommen würden, hätten wir quasi einen Eigenanteil von 50 000 Euro zusammen und könnten vom Landesamt für Kultur und Denkmalschutz Komplementärmittel in gleicher Höhe erhalten. Das würde für diese Etappe reichen“, fasst Ulf Bartsch vom Vereinsvorstand zusammen.

„Wir wollen kein totes Denkmal, sondern ein lebendiges Museum. Um unsere historischen Eisenbahnfahrzeuge, die Signal- und Sicherheitstechnik und das Zubehör anschaulich präsentieren zu können, brauchen wir die Räumlichkeiten“, betont Fischer.

Die Eisenbahnfreunde selbst tun, was sie können. Jeden Montag trifft sich die Interessengruppen Signal- und Sicherungstechnik zum Arbeitseinsatz, viele der werktätigen Vereinsmitglieder legen abends oder an den Wochenenden Hand an, bergen zum Beispiel begehrte Ziegelsteine. „Das Museum braucht jeden Euro, wir verkaufen Steine im so genannten alten Reichsformat, zum Teil sogar hartgebrannt, und Holz aus dem Stenderwerk“, sagt Fischer. Interessenten können sich bei ihm unter Telefon 0151-52709446 melden. Geöffnet ist das Eisenbahnmuseum wieder am 25. und 26. April von 10 bis 17 bzw. 16 Uhr.

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