zur Navigation springen

Jugendintegrationsgipfel in Berlin : Schweriner besuchten Kanzlerin

vom

Charlott Danielson aus Hagenow und Jan Tenenbaum aus Schwerin gehörten am Montag und Dienstag zu den rund 100 jungen Leuten aus ganz Deutschland, die beim Jugendintegrationsgipfel in Berlin mitdiskutiert haben.

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2012 | 10:10 Uhr

Schwerin / Berlin | Ganz locker sei die Kanzlerin gewesen, sogar einen Scherz habe Angela Merkel gemacht. "So kennt man sie gar nicht aus dem Fernsehen", sagen Charlott Danielson aus Hagenow und Jan Tenenbaum aus Schwerin. Die beiden 19-Jährigen gehörten am Montag und Dienstag zu den rund 100 jungen Leuten aus ganz Deutschland, die beim Jugendintegrationsgipfel in Berlin mitdiskutiert haben. Höhepunkt war ein Empfang im Bundeskanzleramt. Charlott und Jan hatten sich für die Teil nah me an der Veranstaltung in der Bundeshauptstadt bei unserer Zeitung beworben.

In ihrem Grußwort habe Angela Merkel die Bedeutung gerade der Impulse betont, die junge Menschen bei der Diskus sion über das Thema Integration geben könnten, berichten Charlott und Jan, die beim Jugendintegrationsgipfel in unterschiedlichen Workshops mit gearbeitet haben. So befasste sich Jan etwa mit der Bedeutung der Bildung. Trotz aller Fortschritte würden Zu wanderer durch das Bildungssystem oft noch immer benachteiligt, erklärt der Schweriner. Das System müsse durchlässiger, die interkulturelle Kompetenz von Pä dagogen noch verbessert werden, diese Forderung sei beim Gipfel unte r anderem erhobe n worden.

Charlott beschäftigte sich in ihrem Workshop mit der Rolle der Medien. "Man konnte sich einbringen und seine Meinung sagen", schildert die Hage nowerin. Wichtige An re gungen in der Diskus sion um die Frage, wie Deutsche und Zuwanderer noch stärker aufein ander zugehen könnten, habe der bekannte Fernsehmoderator Cherno Jobatey gegeben.

Maria Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, zeigte sich vom Engagement der Jugendlichen begeistert: "Die Diskussionen in den Workshops haben deutlich gemacht: Für die Jugendlichen ist die wachsende Vielfalt in unserem Land schon jetzt gelebte Normalität. Ob mit oder ohne Migrationshintergrund: Unter den Jugendlichen überwiegt in ihrem Alltag in der Schule und in der Freizeit ein Wir-Gefühl. Das ist ein ermutigendes Zeichen für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft." Die Ergebnisse des Gipfels würden in die künftigen politischen Debatten einfließen, versicherte die Staatsministerin, die das Treffen in Berlin leitete.

Auch Charlott und Jan wollen die Resul tate des Integrationsgipfels wei ter tragen. Jan, der nach dem Abitur im kommenden Jahr ein Jura-Studium aufnehmen möchte, engagiert sich kommunalpolitisch und will über seine Erlebnisse in Berlin unter anderem im Schulausschuss der Stadtvertretung berichten. "Schwerin ist in Sachen Integration gut aufgestellt", so lautet sein Fazit. Charlott, die in diesem Jahr ein Medizintechnik-Studium beginnt, sieht sich durch den Gipfel in ihrer Arbeit weiter motiviert: "Ich habe in unserer Kirchgemeinde die Patenschaft über ein Mädchen aus Vietnam übernommen", erzählt sie.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen