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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. Oktober 2017 | 04:03 Uhr

Musik mit allen : Schweriner besingen ihre Stadt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aus 300 Fremden wurde ein gemeinsamer Frühlings-Chor: Erfolgreicher Auftakt für ungewöhnliche Musik-Reihe auf dem Alten Garten

svz.de von
erstellt am 13.Apr.2014 | 21:00 Uhr

Ines Schmidt singt für ihr Leben gern und ist deshalb bei den „Sülstorfer Lindensängern“ aktiv. Ihr Mann Hans-Jürgen übt seine Stimme lieber ganz für sich allein in der Badewanne. Am Sonnabend indes sangen beide dort, wo sonst professionelle Tenöre und Sopranistinnen auftreten: auf dem Alten Garten, gemeinsam mit vielen anderen Laien-Sängern. Die Schmidts fanden es toll in so einer großen Gemeinschaft. So gut, dass sie beim nächsten Mal, am Sonnabend, 10. Mai, gleich ihren 30-köpfigen Chor mitbringen wollen. Denn dann soll es um 14 Uhr wieder heißen „Schwerin singt auf dem Alten Garten“. Damit setzen die musikalischen Landeshauptstädter eine lange Tradition fort: Der so genannte „bürgerliche Chorgesang“ feiert hier in diesem Jahr nämlich seinen 200. Geburtstag. Genau deshalb wird 2014 gesungen, was die Lungen hergeben. Und das klingt nicht nur schön und macht Spaß, sondern soll auch gut für die Gesundheit und die Figur sein, wie Ulrich Barthel betont. Der Chordirektor des Mecklenburgischen Staatstheaters und Erfinder des öffentlichen Frühlingssingens auf dem Alten Garten wollte mit dem großen Auftritt am Sonnabend vor allem für das Chorfest am 25. Oktober in der Kongresshalle werben. Doch das Volkssingen könnte sich zum unabhängigen Publikumsrenner entwickeln. Schon beim ersten Anlauf schmetterten nämlich 300 begeisterte Sangesfreunde Frühlings-Ohrwürmer gleich mehrstimmig oder als Kanon über den Prachtplatz. Viele Passanten blieben in vorsichtiger Entfernung stehen und hörten sich das halbstündige Gratiskonzert hocherfreut an. Einige stimmten nach kurzem Zögern sogar mit ein. Geboten wurden unter anderem „Komm lieber Mai“, „Der Winter ist vergangen“, „Es tönen die Lieder“ oder „Alle Vöglein sind schon da“. Ulrich Barthel gab Takt, Ton und Einsatz vor – von einem provisorischen Podest aus. Die Texte standen auf Handzetteln, die Melodien gehören quasi zur Allgemeinbildung – alle, die gekommen waren, beherrschten sie aus dem Effeff. Deshalb wurde diesmal auf instrumentale Begleitung verzichtet – erste Musiker haben aber schon angefragt, ob sie beim nächsten Mal mitspielen könnten und woher sie das Programm bekommen. Ulrich Barthel ist bereitwillig der persönliche Ansprechpartner, denn sein Traumziel lautet: 1000. So viele Sänger und Musiker würde er gerne auf dem Alten Garten zum „Volkssingen“ begrüßen. Wenn alle so handeln wie das Ehepaar Schmidt und viele Nachbarn und Freunde motivieren, könnte er das schneller schaffen als gedacht.

Drei Gesangsnachmittage sind bislang für dieses Jahr geplant, am 10. Mai und am 14. Juni geht es weiter. Wenn es regnet, wird unter ein Vordach ausgewichen.

 

 

 

 

 

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