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Freizeithalle statt Abriss : Schweriner bauen an Dreescher Halle

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Die Vereine "Bremsspur", "Makkabi", "Power for Kids", "Die Platte lebt" und die Freie evangelische Gemeinde suchen nach Räumen für Sportaktivitäten. In der ehemaligen Kaufhalle Hegelstraße 2 sehen sie Potential.

svz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 10:10 Uhr

Muesser Holz | Die Vereine "Bremsspur", "Makkabi", "Power for Kids", "Die Platte lebt" und die Freie evangelische Gemeinde suchen auf dem Dreesch nach Räumen für Sportaktivitäten. Sie sehen in der ehemaligen Kaufhalle Hegelstraße 2 gute Möglichkeiten, ihre Ideen zu realisieren und ein Gemeinschaftsprojekt zu starten, das für ganz Schwerin von Bedeutung sein könnte. Zur Umsetzung ihres Konzeptes beabsichtigen Mitglieder der Freien evangelischen Gemeinde über ihre Stiftung, das Gebäude zu erwerben. Hierzu gründen sie einen gemeinnützigen Verein, der als Käufer auftritt. Als Kaufpreis werden die 50 000 Euro geboten, für die die Stadt die Halle im vergangenen Jahr erworben hat (SVZ berichtete).

Für die Landeshauptstadt entstehen weder Kosten für die Herrichtung der Halle, noch für deren Betrieb. Die Vereine bemühen sich um Sponsoren und Sportfördermittel. Die laufenden Kosten für Versicherung, Grundsteuer, Strom, Zinsen etc. sollen durch die Einnahmen - Miete, Mitgliedsbeiträge, Eintritt usw. - gedeckt werden. Die Pflege der Anlagen erfolgt ehrenamtlich. Peter Boneß, Geschäftsführer des Vereins "Power for Kids", hatte die Pläne jüngst im Ortsbeirat Mueßer Holz vorgestellt. "Allerdings sind die Elektrik, die Fenster und die Heizung in einem schlechten Zustand", so Peter Boneß. "Dafür müssen wir etwa 130 000 Euro investieren."

Gerade die finanziellen Rahmenbedingungen - die Stadt muss nichts zahlen - erfreut auch den Ortsbeirat Mueßer Holz. "Alles, was das Mueßer Holz attraktiv macht, müssen wir nutzen", so Beiratsvorsitzender Georg-Christian Riedel.

Was soll entstehen? Der Verein "Bremsspur" möchte einen Inliner-, Boarder- und Bikerbereich anlegen. Vorbild ist die i-Punkt-Halle in Hamburg. Der Verein "Makkabi" möchte Sporträume für Tischtennis, Billard und Dart, Fahrräder verleihen und sein Vereinsbüro in der Halle unterbringen. Die Freie evangelische Gemeinde hat die Absicht, in dem Gebäude ein Café als Treffpunkt für ihre Gemeinde und den Stadtteil zu betreiben. Der Verein "Power for Kids" könnte seine Fahrradwerkstatt und die Holzwerkstatt wieder aufbauen, die er in den alten Vereinsräumen in der Max-Planck-Straße hatte. In den neuen Räumen in der Hegelstraße 16 ist dafür kein Platz. Hier könnten auch die nötigen Wartungs- und Reparaturarbeiten für die Sportgeräte der anderen Vereine erfolgen. "Die Platte lebt" stellt KMX-Räder, Trampolin, Inliner und andere Sportgeräte zur Verfügung, für die es momentan keine praktikable Unterstellmöglichkeit gibt, die einen Verleih ermöglicht. In der Ladezone könnte eine Selbsthilfewerkstatt zur Reparatur von Autos aufgebaut werden.

Mit dem Kauf der Halle erhalten die beteiligten Vereine optimale Möglichkeiten für die Realisierung ihrer gemeinnützigen Ziele. Sie übernehmen die Verantwortung für eine selbstverwaltete Sport- und Freizeithalle, die es in dieser Art in Schwerin und in der Region noch nicht gibt. Das kann die Integrierung des Stadtteils in das Stadtgefüge und den Imagewandel positiv beeinflussen, sind sich die Vereinsführungen sicher. Durch die Lage und das Konzept der Sport- und Freizeithalle werden die Angebote des benachbarten Gorodki-Parks mit Gorodki, Fußball und Kickboxen sinnvoll ergänzt, woraus sich weitere Synergien ergeben.

Mit der neuen Nutzung wird das Erscheinungsbild aufgewertet, so dass der bestehende Schandfleck beseitigt wird. Darin sehen die Vereine einen auch für alle Anwohner sichtbaren Vorteil ihres Vorhabens. Durch den Kauf bzw. Verkauf würde die Stadt den Kaufpreis zurückgewinnen und Kosten für den Abriss sparen. Mit den so eingesparten Mitteln können Engpässe im Kinder- und Jugendbereich gemildert werden. Deshalb sind Kauf und Nutzung sinnvoller als Abriss. Durch die Hallennutzung könnten die Arbeitsplätze im Asia-Imbiss und der angrenzenden Gastronomie gesichert werden.

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