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Elf von zwölf Ärzten verlassen Helios : Schweriner Augenklinik wird zum Notfall

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An der Augenklinik spitzt sich die personelle Situation zu - das Nachsehen könnten die Patienten haben. Denn: Mit Chefarzt Prof. Dr. Frank Wilhelm verlassen auch alle vier Oberärzte und sechs Assistenzärzte die Klinik.

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erstellt am 05.Dez.2012 | 10:56 Uhr

Lewenberg | An der Schweriner Augenklinik spitzt sich die personelle Situation zu - das Nachsehen könnten die Patienten haben. Denn: Mit Chefarzt Prof. Dr. Frank Wilhelm verlassen auch alle vier Oberärzte und weitere sechs Assistenzärzte die Klinik. Vom Januar an werde nur noch eine Assistenzärztin aus dem bisherigen Team die Stellung halten, bestä tigt der Ärztliche Direktor der Schweriner Helios-Kliniken, Dr. Rüdiger Karwath. Mit Unterstützung von Honorarärzten solle zunächst die stationäre Grundversorgung aufrechterhalten werden. Die Krankenhaus-Leitung bemühe sich auch um eine Lösung für die augenärztliche Notfallbereitschaft, die bislang die Ärzte der Augenklinik für die gesamte Region übernommen hätten. Niedergelassene Au gen mediziner aus Schwerin und Umgebung seien angefragt worden, ob sie für eine Mitarbeit bei einem Notdienst zur Verfügung stehen, so Dr. Karwath.

Die Suche nach einem Nachfolger von Prof. Wilhelm, der sich als Arzt in Greifswald niederlässt und Kollegen aus Schwerin mitnimmt (wir berichteten), läuft nach Angaben des Ärztlichen Direktors auf Hochtouren. Weil an der Schweriner Augenklinik eine Hornhautbank angesiedelt sei, würden an den neuen Chefarzt be sondere Anforde rungen gestellt, betont Dr. Karwath. Er zeigt sich aber zuversichtlich, das Be wer bungs verfahren zu einem erfolg reichen Abschluss zu bringen. Wenn ein neuer Leiter der Augenklinik gefunden sei, könnten auch die vakanten Posten der Oberärzte und Assistenzärzte besetzt werden, so der Ärztliche Direktor.

Dass es ab Januar an der Schwerine r Augenklinik nach derzei tigem Stand keinen augenärztlichen Notfall dienst geben wird, betrachte er mit Sorge, sagt der stellvertretende Vorsitze nde der Kassenärztlichen Ver einigung MV, Dr. Dieter Kreye. Über den jetzigen von der Kassenärztlichen Vereinigung organisierten, allgemeinen Be reit schafts dienst mit Sprechstunde und Haus besuchen noch eine eigenstän di ge augenärztliche Notfallbereitschaft von niedergelassenen Ärzten verpflichtend auf die Beine zu stellen, sei allerdings nicht leistbar. Augenärzten aus der Regio n stehe es jedoch frei, auf die Anfra ge der Helios-Kliniken zur Mit arbeit einzugehen, so Kreye.

Sollte es bis Jahresbeginn keine Lösung für den augenärztlichen Notdienst in Schwerin geben, hätte diese r Zustand sehr weit reichende Konse quenzen: "Patien ten mit Augenverletzungen bleibt nach Praxis schluss der niederge las senen Augen ärzte nur der Weg in die Uni versitätskliniken Rostock und Lübeck übrig", schreibt der ehe malige Chefarzt der Schweriner Augenklinik, Dr. Wilfried Koester, in einem besorgten Brief an unsere Zeitung.

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