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Personalnotstand : Schweriner Augenklinik weist Parchimer ab

vom

Irma Danneberg aus Parchim ging auf Nummer sicher. Als ihr Mann über geschwollene Augen klagte, rief die 66-Jährige in der Schweriner Augenklinik an - und bekam eine Antwort, die sie verblüffte und verärgerte.

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erstellt am 04.Feb.2013 | 06:32 Uhr

Lewenberg | Irma Danneberg aus Parchim ging auf Nummer sicher. Als ihr Mann am Sonntagmorgen über geschwollene Augen klagte, rief die 66-Jährige sicherheitshalber erst einmal in der Schweriner Augenklinik an - und bekam eine Antwort, die sie verblüffte und verärgerte. "Mir wurde gesagt, ich sollte mit meinem Mann in die Klinik nach Lübeck oder Rostock fahren", berichtet Danneberg, die schließlich mit ihrem Mann das Rostocker Krankenhaus aufsuchte.

"Es gibt keine Lücke in der Notfallversorgung", hatte Helios-Sprecherin Dr. Grit Czapla Mitte Januar im Gespräch mit unserer Zeitung betont. Für die augenärzt liche Notfallbereitschaft, die die Schweriner Augenklinik für Westmecklenburg übernommen hat, habe das Kranken haus eine Re gelung ge funden.

Patienten, die nach Praxisschluss der niedergelas senen Ärzte und am Wochenende zu einer Behandlung in die Augenklinik in der Landeshauptstadt kämen, würden nicht abgewiesen, betont Czapla. Wer sich allerdings vorher telefonisch melde, dem werde angesichts der personellen Situation in Schwerin nahegelegt, in die Hansestädte nach Lübeck und Rostock auszuweichen.

Tatsächlich ist die Schweriner Augenklinik nach Angaben der Helios-Sprecherin weiterhin auf der Suche nach einem neuen Chefarzt. Nach dem Weggang des langjährigen Leiters, Prof. Frank Wilhelm, ist die Führungsposition noch immer vakant. Nach wie vor bemü he sich die Krankenhaus-Leitung um den Ärztlichen Direktor Dr. Rüdiger Karwath intensiv um einen Nach fol ger, so Czapla. Wenn die Stelle des Chefarztes besetzt sei, könnten auch die offenen Posten der Oberärzte und Assistenzärzte besetzt werden, hatte Karwath Ende vergangenen Jahres erklärt.

Neben Prof. Wilhelm, der sich als Arzt in Greifswald niedergelassen hat, hatten zum Jahreswechsel auch alle vier bisherigen Oberärzte und sechs Assistenzärzte die Klinik verlassen (wir berichteten). Von dem früheren zwölf köpfigen Team blieb nur noch eine Assistenzärztin in Schwerin. Die stationäre Betreuung der Patienten wird derzeit durch Honorarärzte abgesichert.

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