Knöllchen trotz Anwohnerparkausweis : Schwerin zockt in der Paulsstadt ab

'Schild da, Schild weg', sagt Wolfgang Burmeister (2. v.r.). In diesem Abschnitt der Friedensstraße  hat bis vor wenigen Tagen noch eine Hinweistafel die Anwohnerparkzone 'H' ausgewiesen. Seit dieses weg ist, werden Knöllchen verteilt. Reinhard Klawitter
"Schild da, Schild weg", sagt Wolfgang Burmeister (2. v.r.). In diesem Abschnitt der Friedensstraße hat bis vor wenigen Tagen noch eine Hinweistafel die Anwohnerparkzone "H" ausgewiesen. Seit dieses weg ist, werden Knöllchen verteilt. Reinhard Klawitter

Seit dem 14. September stellt Wolfgang Burmeister sein Auto in der neuen Anwohnerparkzone "H" ab - mit dem dafür gültigen Parkausweis. Und dennoch kassiert Burmeister regelmäßig Knöllchen.

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14. Oktober 2011, 09:49 Uhr

Paulsstadt | Schildbürgerstreich in der Paulsstadt? Die Anwohner der Friedensstraße sind verärgert. "Wir fühlen uns von der Stadt abgezockt", sagt Wolfgang Burmeister. Seit dem 14. September stellt er sein Auto in der neuen Anwohnerparkzone "H" ab - in der Windschutzscheibe klebt der neue, dafür gültige Parkausweis. Und seit zwei Wochen kassiert Burmeister auch regelmäßig Knöllchen. "Allein in dieser Woche zwei Stück", sagt er. Was ist da los?

"Die Schonfrist ist vorbei", erklärt Dr. Bernd-Rolf Smerdka, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement. In der Regel gibt die Stadt laut Smerdka bei neuen Verkehrsführungen oder geänderten Parksituationen Anwohnern, Betroffenen und Autofahrern zwei Wochen, bis Mitarbeiter des Ordnungsamtes erste Kontrollgänge unternehmen. "Diese Zeit ist im Falle der neuen Anwohnerparkzone ,H’ nun um", sagt Smerdka. Auch die Parkautomaten habe der Nahverkehr eingerichtet und umgestellt.

Außerdem sind die Anwohner nach Angaben der Stadtverwaltung rechtzeitig über die neue Situation informiert worden. "Das stimmt", sagt Anwohner Manfred Friedrich und zieht die Postwurfsendung aus der Tasche. Dort ist die Friedensstraße schwarz auf weiß als Anwohnerparkzone "H" ausgewiesen. Das sei zunächst auch so gewesen, allerdings seien die Schilder vor wenigen Tagen abmontiert worden, sagt Friedrich. Vor seiner Haustür mit der Nummer 45 sind so fast unmerklich aus neuen Anwohnerparkplätzen gebührenpflichtige Stellflächen geworden. "Als Anwohner schaue ich doch nicht täglich nach, ob das Schild noch hängt oder nicht", sagt er. Mehrere Anwohner aus der Friedensstraße zwischen Severinstraße und dem Platz der Freiheit haben inzwischen zum Teil mehr als ein Knöllchen erhalten. "Wir verstehen nicht, warum das Schild mit der Parkzone ,H’ erst aufgestellt und dann wieder abmontiert worden ist", sagt auch Silke Thumm. In ihren Augen scheint es, als habe die Stadt nur darauf gewartet, endlich "abkassieren" zu können. Mehrmals in der Woche beobachten sie und ihre Nachbarn den Ordnungsdienst nun schon vor ihrer Haustür. "Was soll das?", fragt die Anwohnerin.

Bei der Einführung neuer Verkehrssituationen oder Anwohnerparkzonen gibt es laut Smerdka regelmäßig Rangeleien zwischen Stadt und Betroffenen. "Das subjektive Empfinden des Einzelnen über die veränderten Gegebenheiten ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich", sagt er. Doch die "Knöllchen-Sammlungen" der Anwohner sprechen eine eigene Sprache. Auch gestern klemmten unter mehreren Scheibenwischern wieder schriftliche Verwarnungen.

Dennoch hat sich laut Stadtverwaltung jede Anwohnerparkzone im Innenstadtbereich bislang bewährt und sichert den Anliegern Stellplätze. Als nächstes soll die Feldstadt zur eingeschränkten Parkzone werden.

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