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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. Oktober 2017 | 13:52 Uhr

Stadt der Senioren : Schwerin wird immer älter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jeder dritte Einwohner hat seinen 60. Geburtstag schon gefeiert: Bedarf an Pflegeplätzen und barrierefreiem Wohnraum steigt

von
erstellt am 23.Feb.2015 | 22:00 Uhr

Der demografische Wandel hat die Landeshauptstadt längst erreicht – und wie. Der Anteil der älteren Menschen an der Bevölkerung ist kontinuierlich gewachsen. Und er wird weiter zunehmen. 32 Prozent der Schweriner sind heute 60 Jahre und älter. 2030 werden es nach einer Prognose 36 Prozent sein. Der Anteil der Einwohner, die 75 Jahre und älter sind, wird sich im gleichen Zeitraum von 12 auf 15 Prozent erhöhen. Damit steht Schwerin in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen: Der Bedarf an Pflegeplätzen, aber auch an bezahlbarem, altersgerechtem Wohnraum wird nochmals steigen.

„Viele junge Leute haben der Stadt in den vergangenen Jahren den Rücken gekehrt, sind wegen eines Jobs, einer Ausbildung oder eines Studiums weggezogen“, sagt Sozialdezernent Dieter Niesen (SPD). Diese Entwicklung spiegele sich in der Alterspyramide von Schwerin wider. Auffällig: Im Landesdurchschnitt sind lediglich 30 Prozent der Bürger 60 Jahre und älter, im Bundesdurchschnitt sogar nur 27 Prozent.

Stichwort Pflege: „Fünf Prozent der Schweriner gelten derzeit als pflegebedürftig“, erklärt Lisa Mannhart, Sozialplanerin im Amt für Soziales und Wohnen. Im Landesdurchschnitt seien es 4,1 Prozent, im Bundesdurchschnitt 3,1 Prozent. Laut Prognose wird sich der Anteil der Pflegebedürftigen in Schwerin bis zum Jahr 2030 auf 5,6 Prozent erhöhen. Mit einer erstmalig vorgelegten Pflegesozialplanung, erarbeitet mit Unterstützung des Kölner Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik, will sich die Stadt einen Überblick verschaffen und mögliche Handlungsalternativen aufzeigen.

Nach Angaben von Lisa Mannhart gibt es in der Landeshauptstadt aktuell 13 Pflegeheime mit stationären Plätzen, 25 ambulante Pflegedienste, sieben Häuser, die eine Kurzzeitpflege anbieten, und fünf Einrichtungen für Tagespflege.

Der Blickwinkel der Pflegesozialplanung richte sich darauf, den Pflegebedürftigen so lange wie möglich in seiner vertrauten, heimischen Umgebung zu betreuen, betont Barbara Diessner, Leiterin des Amtes für Soziales und Wohnen. Eine entscheidende Frage für die Zukunft sei dabei die Sicherung des Bedarfs an Fachkräften in der Pflege.

„Wir stehen in einem engen Dialog mit allen Akteuren und sind für die künftigen Herausforderungen gewappnet“, sagt Dezernent Niesen. So sieht er auf dem Schweriner Wohnungsmarkt auch Chancen für mehr altersgerechte und barrierefreie Angebote. Mit ihrer Pflegesozialplanung wolle die Stadt sowohl private Eigentümer als auch Wohnungsgesellschaften einmal mehr für das Thema sensibilisieren, erläutert Niesen.

Mitte April möchte die Stadt die Planung in Sachen Pflege im Detail vorstellen.


So machen Sie mit

Welche Angebote fehlen Ihnen? Gibt es in Schwerin genug Pflegeplätze und ambulante Betreuungsmöglichkeiten? Reicht das Angebot an altersgerechtem Wohnraum in der Stadt? In welchen Bereichen besteht der größte Handlungsbedarf? Diskutieren Sie mit:

E-Mail an schwerin@svz.de, Stichwort Senioren. Bitte vergessen Sie Ihren Namen nicht. Sie können uns natürlich auch per Post erreichen.

SVZ, Gutenbergstraße 1, 19061 Schwerin

 

 

 

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