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Marodes Gebäude hält Brandschutz-Vorgaben nicht stand : Schwerin: Wirbelwind-Kinder müssen umziehen

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Die Einrichtung des kommunalen Trägers, der Kita gGmbH, wird spätestens im Januar geschlossen - vorübergehend. Das alte Gebäude hält den brandschutztechnischen Vorgaben nicht mehr Stand und muss abgerissen werden.

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erstellt am 15.Jul.2013 | 06:51 Uhr

Haselholz | Die Landeshauptstadt hat es geschafft: Vom 1. August an ist jedem Schweriner Kind ab dem ersten Lebensjahr ein Betreuungsplatz sicher - wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Neben dieser guten Nachricht gibt es im Bereich des Kita-Ausbaus allerdings noch sehr viel Handlungsbedarf, wie das Beispiel der zertifizierten Kneipp-Kindertagesstätte "Wirbelwind" im Haselholz zeigt. Die Einrichtung des kommunalen Trägers, der Kita gGmbH, wird spätestens im Januar geschlossen - vorübergehend. Das alte Gebäude in der Hagenower Straße 62 hält den brandschutztechnischen Vorgaben nicht mehr Stand und muss abgerissen werden, wie Holger Buck, stellvertretender Leiter des Amtes für Jugend, Schule und Sport in Schwerin, sagt. "Das Haus ist so marode, dass sich eine Sanierung nicht mehr rechnet. Wir werden neu bauen." Die Planungen laufen.

Für die 24 Krippen- und 72 Kita-Kinder bedeutet das, voraussichtlich von November an auf dem Dreesch zu spielen. Der Neubau soll innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein, wie Anke Preuß, Geschäftsführerin der Kita gGmbH, erklärt. "In der Zeit des Neubaus werden wir die Kinder in die frühere Hans-Beimler-Schule auslagern", sagt Buck. Die ehemalige Gesundheitsschule in der Robert-Havemann-Straße diene der Stadt als Ausweichquartier. "Für genau solche Fälle wie den der Kita ,Wirbelwind hat die Stadt die ehemalige Schule stehen gelassen." Das Ausweichquartier liegt in direkter Nachbarschaft zur Nils-Holgersson-Grundschule in der Friedrich-Engels-Straße 35.

Für Abriss und Neubau der Kita "Wirbelwind" rechnet die Stadt derzeit mit Kosten in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro. Davon fließen knapp 300 000 Euro aus einem Fördertopf des Bundes. Den Großteil der Summe finanziert das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM). Das stadteigene Unternehmen ist Eigentümer des Kita-Gebäudes, "an den wir Miete zahlen", so Preuß.

Unterdessen ist der Umzug für Erzieher und Kita-Kinder allerdings mit viel Aufwand und Umstellungen verbunden. Die idyllische Lage im Haselholz mit Blick auf den Ostorfer See geht mit dem Schwerpunkt der Kneipp-Kita Hand in Hand. Gesundheit und Entspannung sind zwei der Säulen, auf denen das Konzept von Sebastian Kneipp fußt. Die Kita "Wirbelwind" ist seit dem 16. September 2009 zertifiziert. Die Methode: Die Kinder sollen durch Bewegung und Sinneswahrnehmungen Erfahrungen sammeln. Die Pädagogen fördern das körperliche Wohlbefinden ihrer Schützlinge. So wird in der Kita "Wirbelwind" täglich gekneippt, einmal in der Woche geht es in die Sauna. Unter dem Motto "Soll der Geist sich regen, muss ein Kind sich viel bewegen" schafft die Kita durch tägliche sportliche Betätigung an der frischen Luft und Wasseranwendungen nach Methoden von Sebastian Kneipp sowie gesundheitsbewusste Ernährung ein ausgewogenes Verhältnis zwischen körperlicher und geistiger Entwicklung der Kinder. Auf dem Großen Dreesch werden sich sowohl die Erzieher als auch die Kinder umstellen müssen. Platz zum Spielen, Toben und Entdecken gibt es für die Kinder auch dort, dennoch werden die Erzieher für die Zeit des Umbaus neue Wege finden müssen, um das Kneipp-Konzept genauso wie bisher aufrechtzuerhalten.

 

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