Landeshauptstadt drückt aufs Tempo : Schwerin will starkes Staatstheater

<fettakgl>Die Ballettcompagnie muss auch künftig</fettakgl> Bestandteil des Schweriner Theaters sein, fordern die Kommunalpolitiker. <foto>Klawitter </foto>
Die Ballettcompagnie muss auch künftig Bestandteil des Schweriner Theaters sein, fordern die Kommunalpolitiker. Klawitter

Die Landeshauptstadt Schwerin drückt aufs Tempo bei der Neugestaltung der Bühnen- und Orchesterstruktur in Mecklenburg. Der Hauptausschuss gibt grünes Licht für eine Vereinbarung mit dem Land.

svz.de von
27. März 2013, 10:51 Uhr

Altstadt | Schwerin sieht die Zukunft seines Theaters als "Staatstheater Mecklenburg", in der Debatte um die Reform der Theater- und Orchesterstruktur des Landes als Modell 7 bezeichnet, und drückt aufs Tempo. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem Land zum Erreichen dieser Lösung wird Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow heute unterzeichnen. Dafür gab ihr gestern Abend der Hauptausschuss das Okay. "Wir wollen ein starkes Staatstheater mit Qualität, das Schwerpunkt angebote entwickelt, die in den westlichen Landesteil ausstrahlen", erläuterte sie die Position der Stadtspitze.

Dann ging Gramkow ins Detail zu bislang umstrittenen Punkten: In Verhandlungen mit dem Kultusministerium sei Einigkeit erzielt worden, dass das Land sich an den Umstrukturierungskosten beteiligt und gegebenenfalls auch eine Landesbeteiligung in Betracht gezogen wird. Eine Dynamisierung der Zuschüsse ab 2020 werde in Aussicht gestellt, wenn tragfähige Strukturveränderungen erreicht worden seien. Das Land habe sich zudem bereit erklärt, Verhandlungen mit dem Landkreis Ludwigslust-Parchim zur Einbindung des Landestheaters Parchim in die neuen Strukturen aufzunehmen, berichtete Gramkow. Einigkeit sei auch bei einem weiteren Kostenfaktor erreicht worden: Die Beratungsleistungen, die bei der Begleitung der Umstrukturierung und bei der Lösung der Detailfragen anfallen, werden vom Land übernommen, so die OB.

Um rasch mit der Reform voranzukommen und die Detailfragen umgehend klären zu können, wurde von Schweriner Seite als Projektkoordinator der Generalintendant Joachim Kümmritz benannt. Der Umstrukturierungsprozess soll laufend von einer Steuerungsgruppe beaufsichtigt werden. In dieser sind vertreten: die Landeshauptstadt, die Staatskanzlei, das Innenministerium, das Finanzministerium und das Kultusministerium. Bis Ende Mai sollen die Vorbereitungen der Reform so weit gediehen sein, dass verbindliche politische Entscheidungen getroffen werden können.

Das Mecklenburgische Staatstheater selbst muss seine Haushaltskonsolidierung weiterführen und künftig Mindestlohn bei der Vergabe von externen Leistungen zahlen. Dafür wird auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet.

Offen ist indes die Rolle, die die Hansestadt Rostock und sein Volkstheater in dem Umstrukturierungsprozess spielen werden. Denn die Rostocker Bürgerschaft ist sich weiter uneins darüber, mit welchem Mandat ihr Oberbürgermeister Roland Methling verhandeln soll. Kultusminister Mathias Brodkorb seinerseits machte klar, wenn Rostock sich nicht an die Termine für die Verhandlungen halte, werde das Volkstheater bei der Neustrukturierung keine Rolle spielen. Auch OB Gramkow drückt aufsTempo: "Wir haben schon viel zu viel Zeit verschenkt. Wir brauchen jetzt Entscheidungen", sagte sie. Jedoch ist in dem von der Landeshauptstadt und dem Land ausgehandelten Dokument eine Klausel enthalten, dass die Absichtserklärung erweitert werden kann, wenn weitere Theaterträger sich beteiligen wollen.

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