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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. Oktober 2017 | 14:19 Uhr

Ehrenamt stärken : Schwerin will Spendenparlament

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Seniorenbüro und -beirat werben um Unterstützer für die ehrenamtliche Arbeit im Seniorenbereich: Geldgeber werden Abgeordnete

von
erstellt am 04.Jun.2014 | 22:00 Uhr

Wenn Senioren förderbedürftigen Schülern bei den Hausaufgaben helfen, wenn Vorlesepaten in den Kitas die Kleinen begeistern, wenn Wunschgroßeltern sich um Kinder kümmern, Familienpaten im Alltag helfen oder wenn Senioren beim Einkauf oder Arztbesuch anderen helfend zur Seite stehen – dann ist das alles vielfältige und aktive ehrenamtliche Seniorenarbeit. Doch die Helfer müssen beispielsweise zu ihren Einsätzen kommen, sie benötigen zum Teil Materialien. Es entstehen Sachkosten, die die ohnehin nicht Bezahlten aus eigener Tasche begleichen. „Wir haben 20 Jahre bei der Stadt und bei Unternehmen um Unterstützung geworben. Passiert ist nur wenig“, konstatiert Christine Dechau, Geschäftsführerin des Seniorenbüros. Jetzt startet sie in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat eine besondere Initiative: das Spendenparlament.

Die Idee ist simpel: Einmal im Jahr treffen sich alle „Parlamentarier“ – sprich: alle diejenigen, die Seniorenarbeit finanziell unterstützen wollen – und hören sich die Bewerbungen der Vereine, Verbände und Institutionen an. Dann entscheiden sie selbst, wem sie wie viel Geld zukommen lassen. Natürlich kann man auch nur Geld geben und auf sein Stimmrecht verzichten. Andere Städte wie Hamburg oder Kiel machen es vor: Das Spendenparlament funktioniert.

220 Unternehmen hat die Arbeitsgruppe aus Seniorenbeirat und Seniorenbüro in den vergangenen Tagen bereits angeschrieben. Jetzt soll kräftig weiter die Werbetrommel gerührt werden. Zu den Seniorentagen soll das Spendenparlament erstmals tagen – am 23. Oktober im Demmlersaal des Rathauses. „Es geht uns nicht um große Summen“, sagt Wilfried Kroh, Vorsitzender des Seniorenbeirates der Stadt. „Aber wir wollen endlich das ehrenamtliche Engagement würdigen und nicht zusätzlich belasten.“

Mehr als 200 Ehrenamtliche leisten derzeit freiwillige Seniorenarbeit, koordiniert vom Seniorenbüro. Der Bedarf steigt. Denn Schwerin wird immer älter.

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