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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 09:23 Uhr

Tourismus : Schwerin will romantisch werden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Leitfaden für die künftige touristische Marke vorgestellt: Landeshauptstadt rückt Schloss und Residenzgeschichte in den Mittelpunkt

von
erstellt am 01.Okt.2014 | 08:00 Uhr

Mut zum Schnörkel ist die zentrale Botschaft der Tourismus-Anbieter, die sich gestern auf Einladung der Stadtmarketing Gesellschaft im Speicher-Hotel am Ziegelsee trafen, um den neuen Leitfaden für die touristische Marke Schwerin zu diskutieren. Im Ergebnis von sechs Workshops hatte die Rostocker Werbeagentur „Werk 3“ die Ideen der Touristiker in einem Positionspapier gebündelt. Die Strategie rückt das Schloss und die Residenzgeschichte in den Mittelpunkt der Außenwerbung.

„Schwerin hat als Alleinstellungsmerkmal, wie das Schloss mit seinem Mythos der 1000-jährigen Residenz und seine überaus reiche Kultur auf engstem Raum“, erläuterte Jan Baginski, Geschäftsführer der Agentur. Nur das unterscheide die Landeshauptstadt in der Wahrnehmung der Touristen von anderen Städten. Alles andere, selbst die Seen, die Altstadt und die Gärten, sei von untergeordneter Bedeutung. Also müsse genau das Markenzeichen das Marketing prägen: Schwerin, die Kulturhauptstadt des Norden. Dabei forderte Baginski Mut – Mut zum Schnörkel, zum Kitsch, zur Romantik. Jung und frisch wolle jede Stadt sein. Die Chance, sich davon abzuheben, sei, märchenhaft und plüschig mit geschichtsträchtig zu verbinden. Dabei sollte eine Figur in den Mittelpunkt gerückt werden, wie Potsdam das mit Friedrich II. mache. Das wäre für Schwerin Großherzog Friedrich Franz II. Als Königliche Hoheit und Bauherr des heutigen Schlosses habe er zentrale Bedeutung für die Stadt. „Tragen Sie dick auf, erzählen Sie Geschichten, die sich um den Herrscher und die Residenzt ranken“, forderte der Marketing-Experte von den Touristikern der Stadt. Das böte zudem Ansatzpunkte für Kooperationen mit dem Umland. „Überall muss der Schnörkel ran, an die Tasse und den Bootsverleih, an die Rikscha wie an jeden Flyer“, so Baginski. Das setze sich bei der Farbwahl fort: Fürstliches Gold und Bordeaux-Rot sollten das Bild von Schwerin prägen. Die Strategie basiert auf einer neuen Zielgruppendefinition: Die Workshops hatten zu Tage gefördert, dass die überwältigende Mehrheit der Schwerin-Besucher die wohlsituierte, kultur- und geschichtsinteressierte Generation 50-plus ist, die eine Tages- oder Kurzreise unternimmt. „Touristiker ringen immer um längere Aufenthaltsdauer. Das wird sich für Schwerin aber kaum ändern. Den Zuwachs bringt das Mehr an Touristen. Und bei denen muss Schwerin durch Events in Erinnerung bleiben“, erklärte Baginski.

Der neue Leitfaden erntetevon den rund 50 Gästen der Diskussion viel Lob als innovativ und weitsichtig, es gab aber auch Kritik als zu eng gefasst. Baginski betonte den Prozesscharakter der Strategiedebatte, das Leitbild solle evaluiert und fortgeschrieben werden.

 

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