Marketing : Schwerin will Image verbessern

Zur Buga 2009 kamen 14 000 Busse nach Schwerin. Heute sind die Zahlen deutlich niedriger und sie sinken seit mehreren Jahren sogar.
Zur Buga 2009 kamen 14 000 Busse nach Schwerin. Heute sind die Zahlen deutlich niedriger und sie sinken seit mehreren Jahren sogar.

Mit gezieltem Marketing und mehr Industriearbeitsplätzen möchte die Landeshauptstadt aus dem Mittelfeld der 50 größten Städte heraus

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25. September 2015, 12:00 Uhr

Die Brandmeyer Markenberatung hat eine Untersuchung vorgelegt, wie stark Städte als Marke sind. Mehr als 5000 Bürger wurden deutschlandweit befragt, wie sie die 49 größten Städte und die Landeshauptstadt Schwerin einschätzen. Herausgekommen ist der Brandmeyer Stadtmarken-Monitor. Der weist für Schwerin einen 24. Platz aus. Stärkste Marke ist Hamburg.

Bereits vor fünf Jahren hatte das Unternehmen eine solche Studie vorgelegt. „Gegenüber 2010 haben wir uns in einigen Positionen verbessert“, sagt Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum. „Ich glaube, wir haben einen guten Sprung gemacht.“ Er führt das auf ein verbessertes Marketing für die Stadt zurück. Endlich gäbe es ein abgestimmtes Handeln der Stadtmarketing und der Unternehmen durch die Marketinginitiative der Wirtschaft. „Da gibt es gegenseitige Unterstützung, das ist genau der richtige Weg.“ Das bedeute aber nicht, dass ein gutes Marketing für Schwerin nicht noch verbessert werden könne. „Das können wir aber nur im Rahmen unserer finanziellen Verhältnisse leisten“, so Nottebaum. Doch alles sei optimierbar. „Daran arbeiten wir.“

Verwundert zeigte sich der Dezernent über den Rückgang der Busankünfte. „Ich habe den Eindruck, dass mehr Reisegruppen in der Stadt sind, auch ausländische.“ Doch die Zahlen sagen etwas anderes (SVZ berichtete). Dabei weist die Brandmeyer-Studie Schwerin mit Platz 14 als relativ attraktives Städtereiseziel aus.

Als Wohnstandort weist der Report Schwerin als nicht besonders attraktiv aus. Dem steht aber die tatsächliche Entwicklung entgegen. Denn obwohl etwa 400 Menschen mehr sterben, als geboren werden, ist die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr um 500 gestiegen. Es hat also einen Zuzug gegeben. Doch die wären nicht gekommen, wenn die Landeshauptstadt nicht eine gewisse Attraktivität hätte.

Die Wirtschaftskraft Schwerins wird deutlich negativ eingeschätzt. Nur Gelsenkirchen steht noch schlechter da. Aber derzeit beobachtet Bernd Nottebaum ein wachsendes Interesse. „Seit Nestlé verkündet hat, sich in Schwerin anzusiedeln, haben wir deutlich mehr Anfragen nach Gewerbeflächen“, sagt Nottebaum. „Ich habe mir vorgenommen, dass wir pro Jahr wenigstens eine große Industrienansiedlung schaffen.“ Das Hamburger Unternehmen FVH Folienveredelung hat in letzter Zeit Schwerin als Standort gewählt. Und die ZIM Flugsitz GmbH will im Industriepark Hightec-Flugzeugsitze fertigen. Das Unternehmen United Caps baut neu und die Firmen Flamm Aerotec und PTS Precision werden am Standort ihre Kapazitäten erweitern. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt der Wirtschaftsdezernent.

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