Positive Bilanz : Schwerin wächst wieder

Am Ziegelinnensee entstand ein neues Wohngebiet. Viele Neu-Schweriner zogen hierher.
Am Ziegelinnensee entstand ein neues Wohngebiet. Viele Neu-Schweriner zogen hierher.

Positive Bilanz: Zwar noch mehr Sterbefälle als Geburten, aber es ziehen mehr neue Einwohner in die Landeshauptstadt

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22. Dezember 2014, 08:00 Uhr

Eine gute Nachricht für die Landeshauptstadt: Die Zahl der Einwohner ist in diesem Jahr wieder gestiegen. Das liegt laut Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow vor allem am Zuzug junger Familien, aber auch am erfreulichen Anstieg der Geburtenrate. Allerdings stellt das die Verwaltung auch vor neue Aufgaben: Bisherige Planungen in der Kinder- und Jugendarbeit müssen angepasst werden. „Ich halte Prognosen, dass Schwerin nach den geburtenstarken Jahrgängen nun weniger Kita-, Hort- und Schulplätze benötigt, für nicht mehr haltbar“, sagte die Verwaltungschefin im SVZ-Gespräch.

Und danach sah es lange nicht aus. Nach offiziellen Angaben des Statistischen Amtes MV betrug der Einwohnerverlust Ende 2012 im Vergleich zum Jahr zuvor nur 63 Personen. Grundlage für die Berechnung der Statistiker ist der Zensus. 91 264 waren es Ende 2012. Das statistische Minus von 63 Einwohnern ergibt sich so: 795 Geburten standen im vergangenen Jahr 1112 Todesfälle gegenüber. Das ist ein leichter Geburtenanstieg gegenüber 2011. Ähnlich sind die Zahlen in den fünf Jahren zuvor. Ein gleiches Bild bei den Zu- und Wegzügen: 4754 Neu-Schweriner konnte die Landeshauptstadt im vorvergangenen Jahr begrüßen. Nur 4517 Schweriner kehrten im gleichen Zeitraum der Stadt den Rücken. Stichtag des Vergleiches zwischen 2012 und 2011 war im Übrigen nicht der 1. Januar, sondern der 9. Mai, der Zensus-Stichtag. Da sich aber auch hier durchschnittlich wie in den fünf Jahren zuvor die Zahl der Zuzüge leicht steigerte und nahezu im gleichen Verhältnis die Zahl der Fortzüge sich verringerte, lässt das nur den Schluss zu: Zensus hatte nicht Zählpannen in der Meldebehörde der vergangenen fünf Jahre ans Tageslicht geholt, sondern viel ältere – vermutlich sogar aus der Wendezeit.

Die Folge: Während die Stadt im vergangenen Jahr von 95 300 Einwohnern ausging, waren es durch die Zensus-Festsetzung plötzlich nur noch 91 293 (SVZ berichtete). Ende 2013 lebten nach Angaben der Stadt 91 583 Einwohner in Schwerin. Aktuellere Zahlen gibt es nicht.

Doch der Trend zeigt nach oben. Allein in den ersten elf Monaten dieses Jahres haben 4948 Bürger ihren Hauptwohnsitz nach Schwerin verlegt. Nur 4397 sind aus der Landeshauptstadt weggezogen. Den 804 Geburten des Jahres 2014 zum Stichtag 4. Dezember stehen 1095 Sterbefälle gegenüber.

Das besonders Erfreuliche ist für Angelika Gramkow, dass junge Familien den Weg in Richtung Schwerin als Wohnort einschlagen. Bis zum 4. Dezember sind in diesem Jahr 371 Mädchen und Jungen zwischen 7 und 18 Jahren Neu-Schweriner geworden. Bei den bis zu Sechsjährigen sind es 304.

„Und die jungen Familien zieht es vor allem in die Innenstadt“, sagte die Oberbürgermeisterin. Das potenziert die Planungsprobleme der Verwaltung. Denn unter dem Motto „Kleine Wege für kleine Füße“ sollen Kita- und Schulangebote möglichst in Wohnortnähe angeboten werden. Doch bereits in diesem Jahr zeigte sich: Es gibt für die Innenstadtschulen „Heinrich Heine“, „Fritz Reuter“ und Friedensschule deutlich mehr Anmeldungen als Plätze. Und das gilt nicht nur für den Schul-, sondern auch für den Hortbereich. Deshalb will die Stadt die Kapazität ausbauen – unter anderem durch Erweiterungsbauten an der Friedens- und Heineschule. Gerade für letztere Investition, die für das kommende Jahr vorgesehen ist, gibt es aber noch Unklarheiten über die Förderung durch das Land. Die neuen offiziellen Zuwachs-Zahlen machen Gramkow aber Mut, auch das Land überzeugen zu können.

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